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Kreisreform : Arbeitsplätze in Perleberg bedroht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kreissitz: Bürgermeister warnen vor möglichen Verlust

Sollte die Kreisreform wir angekündigt 2019 kommen, muss Perleberg um den Kreisstadtstatus bangen. Im Falle eines Verlustes sind die Auswirkungen enorm. Darauf weisen Bürgermeister und Amtsdirektoren in einer Stellungnahme hin, die gestern von der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Prignitz (KAG) in Perleberg verabschiedet wurde.

„Allein durch den Kreissitz sind in Perleberg etwa 700 Arbeitsplätze besetzt“, heißt es in dem Papier. Das betrifft nur die Kernverwaltung und Eigenbetriebe wie den Rettungsdienst. Hinzu kommen Arbeitsplätze der Familienangehörigen. Geht die Verwaltung ganz oder in Teilen, werden zwangsweise Familien umziehen. Kaufkraft geht verloren, die Auslastung von Kitas und Schulen würde sinken, warnen die Bürgermeister.

„Die Kreisstadt Perleberg fungiert als Anker im Raum.“ Kreisliche Wirtschaftsförderung oder die Gesundheitsversorgung basieren allein auf dem Kreissitz, heißt es. Durch all diese Faktoren wirke die Kreisstadt stabilisierend in einer strukturschwachen Region wie der Prignitz.

Mit der Kreisverwaltung ginge die Chance von gleichwertigen Entwicklungsmöglichkeiten in einem neuen Großkreis verloren. Die Abwanderung der Familien würde auch Wittenberge und andere umliegende Orte schwächen. Die Bürgermeister gehen gar noch einen Schritt weiter, indem sie sagen: „Die kommunale Daseinsvorsorge wäre im nordwestlichen Teil der Prignitz kaum noch zu realisieren.“

Sie werfen der Landesregierung vor, diese Auswirkungen bisher gar nicht thematisiert zu haben. „Darüber hinaus vermitteln die bisherigen Diskussionen den Eindruck, als würden Kreisstädte gegeneinander ausgespielt.“ Nur wenn die Konsequenzen eines möglichen Kreissitzverlustes ermittelt sind, könnte der Landtag eine sachgerechte Entscheidung treffen.

Da für die Prignitz derzeit nur eine Fusion mit Ostprignitz-Ruppin realistisch ist, wäre es eine Entscheidung zwischen Perleberg und Neuruppin – letztere Stadt ist bereits als Oberzentrum eingestuft. Der Kreissitz wäre eine nochmalige Stärkung, deren Notwendigkeit die Prignitzer Bürgermeister nicht sehen. Sie halten die Kreisstadt Perleberg für unverzichtbar.

„Mit dieser Stellungnahme möchten wir uns klar positionieren, bevor in Kürze die Anhörungen zur Reform beginnen“, sagte Dr. Oliver Hermann, Vorsitzender der KAG.  

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erstellt am 14.Mai.2016 | 08:00 Uhr

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