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Saisonstart für Karstädter Angler : Arbeitseinsatz am Garliner See

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Saisonstart für Karstädter Angelsportverein: Der Uferbereich wird von Wildwuchs und jeder Menge Unrat befreit

von
erstellt am 30.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Sonnabend Treffpunkt 9 Uhr am Garliner See. Der Karstädter Angelsportverein hat seine Mitglieder zusammengetrommelt. Wer es einrichten kann, ist mit von der Partie. Gut 20 der 60 im Verein organisierten Petrijünger tauschen Angelrute und Köder mit Säge, Axt und Arbeitshandschuhen. Arbeitseinsatz steht auf dem Plan. Der Uferbereich soll von Wildwuchs und Unrat befreit werden. Gerade Letzteren finde man hier eben auch zuhauf, weiß Werner Kern, seines Zeichens stellvertretender Vereinsvorsitzender. So sind allein fünf, sechs Leute rund um den See unterwegs, um all das einzusammeln, was Angler, aber vor allem auch all jene hinterlassen haben, die an dem kleinen See sich zum Grillen und Feiern treffen.

Seit Jahr und Tag starten die Karstädter Sportangler so in die neue Saison, erfährt man von Werner Kern. Während sie am Ufer dafür sorgen, dass anschließend alles wieder sauber und ordentlich ausschaut, übernehmen die Graskarpfen diese Aufgabe im See. „Wir sind echt froh, dass der Kreisanglerverein Perleberg uns im November wieder Graskarpfen für den Besatz zur Verfügung gestellt hat“, betont der stellvertretende Vereinschef. Ansonsten fühlen sich in der Garliner einstigen Tongrube Karpfen ausgesprochen wohl. In Anglerkreisen hat sich das längst herumgesprochen. „Am 3. Oktober wollte einer unserer Vereinsmitglieder hier dem Hecht nachstellen“, berichtet Werner Kern schmunzelnd. Beim Wollte sei es geblieben, denn er fand keine freie Stelle, Angler, wohin das Auge schaute.

Seit 1995 ist der Garliner See Angelgewässer. Damals wurde der Pachtvertrag zwischen dem Landesanglerverband und dem damaligen Rat der Gemeinde Garlin unterschrieben. Damit war der Weg frei, dass der See auch mit Fischen besetzt werden konnte. Im gleichen Jahr schlossen dann der Kreisanglerverband und der Karstädter Angelsportverein einen Benutzervertrag ab. Seither sind die Karstädter Petrijünger auch für die Hege und Pflege der ehemaligen Tongrube verantwortlich. Denn von 1. September 1960 bis Ende 1977 kam der Ton für die Mauerziegel, die in Karstädt produziert wurden, von hier, weiß Werner Kern zu berichten. Rund 15 Millionen Stück wurden pro Jahr hergestellt, bis die Produktion auf Bodenfliesen umgestellt und Karstädt zum Alleinhersteller in der DDR wurde. Der Garliner Ton war für Bodenfliesen allerdings nicht geeignet.

Das war das Aus für die Grube. Zwei Quellen, die in Abbauzeiten dafür verantwortliche waren, dass bei normalem Wetter täglich 1500 m3 Wasser, bei Regen die doppelte Menge, hier abgepumpt werden mussten, sorgten nun dafür, dass die Grube binnen eines Jahres zu einem kleinen See wurde. Das Baden ist allerdings verboten, offiziell. Es ist aber für die Petrijünger ein Paradies. Zu jenem bei der derzeitigen Witterung zu gelangen, ist aber schon ein abenteuerliches Unterfangen.  

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