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Arbeiter am Bau des neuen Flughafens um Lohn geprellt

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erstellt am 27.Jan.2012 | 09:12 Uhr

Potsdam/Berlin | Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Zahlungsmoral eines am Bau des Hauptstadtflughafens in Schönefeld beteiligten Unternehmens beklagt. "Die Glamini Ausbau GmbH mit Sitz in Bad Reichenhall hat mindestens 40 ungarische Bauarbeiter um ihren Lohn geprellt", sagte die Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, gestern. Der Betreiber des Flughafens wies die Anschuldigungen zurück.

Bei der Glamini Ausbau GmbH handelt es sich um ein ungarisch-österreichisches Unternehmen, das als Sub-Subunternehmen mit Arbeiten im Bereich des Lüftungs-, Wasser- und Heizungsbaus beauftragt wurde. Die angeheuerten ausländischen Arbeitnehmer arbeiteten seit Mitte Oktober am Bau des Terminals mit. Doch der im Arbeitsvertrag vereinbarte Stundenlohn von elf Euro wurde ihnen nach Angaben des DGB nie ausgezahlt. Stattdessen hätten sie ein Taschengeld von lediglich 20 Euro pro Woche bekommen. "Dabei hatten die Facharbeiter teilweise über 230 Stunden im Monat gearbeitet", sagte der Teamleiter der DGB Rechtsschutz GmbH für die Region, Manfred Frauenhoffer. Der geschätzte Schaden belaufe sich auf 200 000 Euro.

Nachdem die Arbeitnehmer ihre Löhne nicht erhalten hatten, meldeten sie sich Mitte Dezember über ihre Botschaft beim DGB und legten anschließend die Arbeit nieder. Daraufhin kündigte ihnen ihr Arbeitgeber nicht nur die Arbeit, sondern auch ihre bisherige Unterkunft in Neukölln. Nur auf Druck des DGB seien den Arbeitern vom Arbeitgeber jeweils 300 Euro überwiesen worden, mit denen sie über Weihnachten nach Hause fahren konnten, sagte eine DGB-Beraterin. Einige Männer, von denen viele wieder in Ungarn sind, erhielten von ihrem Ex-Arbeitgeber Schadenersatzforderungen im vierstelligen Bereich. "Mit diesem unerhörten Schritt hat die Firma versucht, die Arbeitnehmer einzuschüchtern und sie von der Geltendmachung ihrer berechtigten Ansprüche abzuhalten", sagte Frauenhoffer.

Die Ansprüche gegenüber der Glamini Ausbau GmbH rechtlich geltend zu machen, könnte sich schwierig gestalten. "Uns liegen Hinweise vor, dass das Unternehmen seine Zelte in Bad Reichenhall abgebrochen und der Prokurist das Unternehmen verlassen hat", sagte Frauenhoffer. Die Berliner Flughäfen wiesen die Anschuldigungen des DGB zurück. "Der Flughafen Berlin-Brandenburg fordert von allen Firmen, die auf der Baustelle des neuen Flughafens tätig sind, eine Tariftreueerklärung", sagte Sprecher Ralf Kunkel.

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