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Wittenberger eisenbahngeschichte : „Arbeit und Kollegen, das hat gestimmt“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Seit über 20 Jahren gibt es die Signal- und Fernmeldemeisterei nicht mehr – die Ehemaligen treffen immer noch.

svz.de von
erstellt am 07.Apr.2014 | 08:00 Uhr

„1995 hatten wir die letzte gemeinsame Weihnachtsfeier. Aber da gab es die Signal- und Fernmeldemeisterei (SFm) eigentlich schon nicht mehr“, sagen Siegfried Ther und Peter Bratsch. Anfang der 90er Jahre, mit der Umstrukturierung bei der Bahn sei die Dienststelle aufgelöst worden. Das ist mehr als 20 Jahre her. Und trotzdem ist der Zusammenhalt zwischen den ehemaligen Kollegen so groß, dass sie sich regelmäßig treffen. An die 180 Leute waren im Schnitt bei der SFm beschäftigt. Am Freitagnachmittag, beim siebenten Wiedersehen der ehemaligen Signaler und Fernmelder, wie sie sich nennen, kamen 60 von ihnen nach Weisen, wo Peter Bratsch im Landmarkt einen großen Raum gemietet hatte. Peter Bratsch war der letzte Chef der SFm, Siegfried Ther sein Vorgänger, bevor er nach Schwerin versetzt wurde.

Dass es nicht zwingend eines Girlsdays bedarf, damit das weibliche Geschlecht in einen technischen Beruf einsteigt, belegten die zahlreichen Frauen, die bei den Treffen mit dabei waren. Einige haben im Büro gearbeitet. „Es war aber auch nicht ungewöhnlich, dass man Fernmelder oder Signaler wurde“, sagt Birka Eschrich. Sie ist Facharbeiterin für Nachrichtentechnik, hat dafür dreieinhalb Jahre von 1977 bis 1981 bei der SFm gelernt. Dass Fahrkartendrucker, Telefone, Funkgeräte, Lautsprecher und später die ersten Computer funktionierten, gehörte zu ihrem Verantwortungsbereich. Die Signaler hingegen sorgten beispielsweise dafür, dass Weichen, Schranken, die Technik auf den Stellwerken reibungslos funktionierte. Und wenn es mal nicht so war, „dann mussten wir ’raus“, erinnert sich Lothar Böhm, auch ein ehemaliger Kollege der SFM. Er erzählt von einer nächtlichen Fahrt mit dem Taxi, bestellt von der Bahn, Richtung Wittstock, weil dort an der Strecke dringend ein Fachmann gebraucht wurde.

„Wir hatten eine große Verantwortung. Die Sicherheit stand immer ganz oben“, erinnert sich auch Heinz Kardel. Der Ingenieur für Signal- und Fernmeldetechnik war über 40 Jahre bei der SFm und am Freitag mit 93 Jahren der älteste Teilnehmer.

Dienststellensitz der Signal- und Fernmeldemeisterei war Wittenberge. Der Verantwortungsbereich reichte aber von Schwanheide bis kurz vor Nauen. Und so war es eigentlich kein Wunder, das am Freitag auch viele Auswärtige zum Wiedersehen kamen. „Wir waren eben eine gute Truppe. Die Arbeit und die Kollegen, das hat gestimmt. Deshalb treffen wir uns ja auch immer wieder“, sagt Birka Eschrich. Und Peter Bratsch lädt zum Abschluss zum Wiedersehen in zwei Jahren ein. Er ist derjenige, der die Organisation auf sich nimmt und sich dann freut, dass seine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen seit Jahren so zahlreich erscheinen.


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