Wittenberger Firma stellt sich vor : Aquatec wäscht die „Queen“

Mit Hilfe einer speziellen Plattform wird die Schneideeinheit an eine Offshore-Anlage montiert.  Fotos: Aquatec/BARD Engineering GmbH (2)
1 von 2
Mit Hilfe einer speziellen Plattform wird die Schneideeinheit an eine Offshore-Anlage montiert. Fotos: Aquatec/BARD Engineering GmbH (2)

Unternehmen reinigt Schiffsoberflächen und durchschneidet dicken Stahl mit einer Wasser-Sand-Mischung.

von
19. April 2017, 21:00 Uhr

Die Arbeit der Firma Aquatec ist vielseitig. So rückte sie im vergangenen Jahr auch schon der Queen auf die Pelle. Gut, es war das Luxusschiff Queen Mary II, sie lag in Hamburg und die Außenhaut des Ozeanriesen musste mit einem speziell dafür angefertigten Roboter gereinigt werden. Aber auch die Entschichtung von Schiffen nimmt Aquatec in Docks vor.

Dass das bei Weitem nicht alles ist, was die Firma mit 20 Mitarbeitern leistet, zeigten Geschäftsführer Gernot Buchendorf und Projektmanager Christoph Steffen gestern. Sie führten Vertreter der Wirtschaftsförderung Brandenburg, Landrat Torsten Uhe, Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann und weitere Gäste durch die Hallen, die etwa 10 000 Quadratmeter Fläche im Industriegebiet Süd einnehmen. Dabei wurde klar, dass das Unternehmen eine Nische besetzt. So ist es auf hoher See an Windkraftanlagen von Offshore-Parks tätig. „In der Nordsee waren wir zum Beispiel an der Reparatur mehrerer Anlagen beteiligt“, so Christoph Steffen. Der 31-jährige Perleberger ist studierter Maschinenbauer und arbeitet seit vier Jahren bei Aquatec. Das Prinzip klingt einfach, ist aber im Detail kompliziert. „Mit einem etwa ein Millimeter dicken Strahl eines Wasser-Sand-Gemisches schneiden wir Metall. Dabei können wir Stahl mit einer Materialstärke von bis zu 600 Millimeter durchtrennen“, erläutert Gernot Buchendorf. Vorteil: Die Performance beim sogenannten Suspensionsschneiden ist immer gleich gut, somit auch das Ergebnis. Christoph Steffen ist nicht nur Projektplaner, sondern auch selbst vor Ort, wenn die Aufträge ausgeführt werden. „Diese Abwechslung mag ich“, sagt der großgewachsene junge Mann. Er studierte in Wismar, kam aber wieder in seine Heimat zurück. „Bereut habe ich diesen Schritt nicht.“

Junge Fachkräfte in die Prignitz zu holen, dabei hilft die Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburg GmbH mit dem Projekt des Innovationsassistenten. Fünf von ihnen wurden vergangenes Jahr in Prignitzer Unternehmen gebracht. „Grundidee ist, junge Menschen, die noch nicht lange von der Uni weg sind, in die Region zu locken“, erklärt Steffen Kammradt, Sprecher der Geschäftsführung. „Firmen stellen bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg einen Antrag auf Förderung. Wird der bewilligt, erhält die Firma eine 60-prozentige Förderung der Stelle für das erste Jahr, quasi als Einarbeitungszuschuss“, so Reinhard Göhler, Regionalleiter der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB), die erst seit Kurzem so heißt. Vorher firmierte sie unter dem wenig konkreten Namen „Zukunftsagentur“. „Viele wussten nicht, was sich dahinter verbirgt“, so Steffen Kammradt. Die Umbenennung war auch Anlass für den gestrigen Besuch in der Prignitz. „Wir wollen zeigen, dass sich die Gesprächspartner nicht geändert haben“, erklärt Kammradt. Seit Gründung der damaligen Zukunftsagentur 2001 hat diese dazu beigetragen, dass in der Region 913 Arbeitsplätze entstanden und Firmen insgesamt 304 Millionen Euro investierten. Neben Aquatec sind auch Austrotherm, MV Pipe oder die Schorisch AG in Karstädt Partner der WFBB. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen