App für des Deutschen liebstes Kind

Werkstattleiter Heiko Martwich und Florian Sühring. Er begann am 1. August seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker.
Werkstattleiter Heiko Martwich und Florian Sühring. Er begann am 1. August seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker.

Sozialwerk Prignitz Integrationsbetriebe GmbH schafft mit Werkstatt Vollbeschäftigung für behinderte Menschen

23-11368046_23-66107915_1416392335.JPG von
28. August 2015, 09:51 Uhr

„app“ – steht für „Autoprofi Prignitz“ oder „Ihre app fürs Auto“, fügt Harm Carls, Geschäftsführer der Lebenshilfe, schmunzelnd an. Auch wenn das mehr ein zufälliger Gag sei, so trifft es des Pudels Kern. Denn in zwei, drei Wochen werden die Autoprofis in dem Dorf an der B 5 ihre Werkstatt voll am Laufen haben. In den einstigen Räumlichkeiten des BMW-Autohauses in Düpow entsteht jene Stätte, wo sich fortan wieder alles rund um des Deutschen liebstes Kind drehen soll, „einschließlich Reifenservice und Autovermietung“, erläutert Harm Carls.

Jetzt steigt die Lebenshilfe auch noch komplett in den Kfz-Bereich ein, diese Stimmen sind unüberhörbar. Stimmt so nicht, kontert der Geschäftsführer, denn „app“ ist ein Kind der Sozialwerk Prignitz Integrationsbetriebe GmbH und damit wirtschaftlich und rechtlich ein komplett eigenständiger Betrieb. Die Lebenshilfe ist Gesellschafter, und das bewusst, „weil wir uns im Interesse behinderter Menschen zu agieren zum einen auf die Fahnen geschrieben haben. Und weil wir es zum anderen auch mit in der Hand haben möchten, entsprechende Rahmenbedingen zu schaffen, um diese Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt voll zu integrieren.“ Ein Privileg des Sozialwerk Prignitz Integrationsbetriebe GmbH? „Nein“, betont Harm Carls, „jede Firma, jedes Unternehmen kann Integrationsbetrieb sein“. Voraussetzungen: Mindestens 25 Prozent der Belegschaft müssen Menschen sein, die einen Behinderungsgrad ab 50 Prozent haben oder eine sogenannte Gleichstellung. Dazu ein entsprechendes Konzept, das überzeugt, und dem Vorhaben stehe nichts im Wege. Das Integrationsamt, das die Sache stets und ständig im Blick hat und auch kontrolliert, würde sich wünschen, dass noch mehr dieser Betriebe entstehen, unterstreicht Harm Carls.

Geboren wurde die Idee aus der Tatsache heraus, dass man selbst über einen großen Fuhrpark verfüge.

Mit den Autoprofis, zu denen auch die Werkstatt in der Lenzener Chaussee 63 in Wittenberg gehört, habe man Arbeitsplätze geschaffen – vier plus zwei für Behinderte. Letztere erhalten so auf Anhieb eine unbefristete Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Dazu gibt es noch eine Neuerung: „Erstmalig bilden wir seit August auch drei Lehrlinge aus, zwei Kfz-Mechatroniker und einen Elektro-Mechatroniker“, ergänzt der Geschäftsführer. Man habe die Stellen auch für junge Menschen mit Behinderung ausgeschrieben, doch es fanden sich keine Interessenten.

In Düpow ist man derweil emsig beim Her- und Einrichten, denn ohne Spezialwerkzeuge und -vorrichtungen funktioniert keine Werkstatt. „Die ersten Kunden hatten wir hier aber schon. Und was schon möglich ist, dass macht unser Schlosser natürlich auch bereits jetzt“, so Harm Carls.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen