Apotheken ab Mittag geschlossen

Frank Fürstenberg, stellvertretender Vorsitzender des Apothekenverbandes Brandenburg, hofft, durch die Protestaktion ein Zeichen setzen zu können Lisa Kleinpeter
Frank Fürstenberg, stellvertretender Vorsitzender des Apothekenverbandes Brandenburg, hofft, durch die Protestaktion ein Zeichen setzen zu können Lisa Kleinpeter

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25. September 2012, 08:15 Uhr

Wittenberge | Aus Protest gegen die aus Apothekersicht von der Bundesregierung beschlossene unzureichende Honorarerhöhung lassen heute Apotheken in ganz Brandenburg ab 12 Uhr ihre Türen geschlossen, darunter auch Prignitzer.

Acht Jahre lang wurden die Honorare nicht an steigende Lohnkosten oder die Inflation angepasst. Als von der Bundesregierung kürzlich eine Erhöhung für nächstes Jahr von lediglich drei Prozent bewilligt wurde, rief der Apothekenverband Brandenburg zu einem Warnstreik auf. Der Stellvertretende Vorsitzende des Verbandes und Wittenberger Apotheker, Frank Fürstenberg, erklärt: "Eigentlich wollen wir nicht streiken, aber wir müssen auf die Situation aufmerksam machen. Eine Honorarerhöhung nach neun Jahren um 25 Cent ist völlig unzureichend."

Der Hauptverdienst der Apotheken besteht aus dem Verkauf verschreibungspflichtiger Arzneimittel. Pro Medikamentenpackung erhielten die Apotheken bisher 8,10 Euro. Im kommenden Jahr soll dieser Zuschlag um jene 0,25 Cent auf dann 8,35 Euro steigen. Die Pharmazeutiker fordern eine Erhöhung um mindestens 1,04 Euro. Fürstenberg meint, dass die 8,35 Euro für eine kostendeckende Finanzierung kaum ausreichen: "In den letzten neun Jahren sind die Lohnkosten um 18 Prozent gestiegen. Zusätzlich haben wir eine Inflationsrate von 14 Prozent. Schon jetzt schließen mehr Apotheken, als neue eröffnen. Das ist für ein Flächenland wie Brandenburg ein großes Problem. Wir brauchen kleine Apotheken auf den Dörfern, aber die können sich so nicht mehr lange halten."

Eine zusätzliche Belastung für die Apotheken sei die Zwangsabgabe von 2,05 Euro pro verkauftem Medikament an die Krankenkassen, erklärt Fürstenberg weiter: "Diese Summe ist eindeutig zu hoch. Auch hier hoffen sie, durch ihren Streik etwas bewirken zu können.

Nach Informationen unserer Zeitung sind heute ab 12 Uhr folgende Apotheken geschlossen: in Perleberg, Wittenberge und Pritzwalk alle sowie Bad Wilsnack und Putlitz. Karstädt und Meyenburg wollen sich heute kurzfristig entscheiden. Glöwen und Lenzen sind geöffnet.

Den Notdienst übernimmt die Prinzen-Apotheke in Perleberg, Wittenberger Straße.

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