Nach Explosion in Wittenberge : Anwohner können zurück

Die Trümmerteile lagen gestern Vormittag noch auf dem abgesperrten Gehweg.
Foto:
1 von 2
Die Trümmerteile lagen gestern Vormittag noch auf dem abgesperrten Gehweg.

Nach der Explosion in der Osterburger Straße ist die Ursache weiter unklar

von
22. August 2016, 21:00 Uhr

Nach der Explosion in einer Wohnung in der Osterburger Straße am Sonntagmorgen konnten gestern Nachmittag die meisten der 31 Anwohner der Hausnummern 5 bis 7 wieder in ihre Wohnungen zurück. Statiker hatten die Gebäude vorher untersucht. „Ab 15 Uhr sind die Wohnungen wieder freigegeben, bis auf die betroffene Wohnung, in der die Explosion erfolgte“, berichtete Stadtsprecherin Christiane Schomaker auf „Prignitzer“-Anfrage. Mitarbeiter des Betriebshofs beseitigten die Überreste zerborstener Fensterscheiben und Dachziegel, die gestern Vormittag noch auf dem Gehweg lagen. Einige Trümmerteile hatten zwei vor dem Haus abgestellte Autos beschädigt. In der Hausnummer 6, in der sich der Unfall im Obergeschoss ereignete, bleiben der Dachboden, der Heizungskeller und der Hof – wegen des Splitterfeldes – weiter gesperrt. Außerdem bleibt dieses Haus weiter ohne Strom- und Gasversorgung.

Die Ursache für die Detonation ist laut Polizei noch unklar. Jedoch soll der Elektroherd eingeschaltet gewesen sein. Verletzt wurde nach derzeitigem Stand niemand, die Wohnungsinhaber waren zu dem Zeitpunkt laut Polizei im Urlaub. Kriminaltechniker untersuchten gestern den Unfallort. Gegenüber dem „Prignitzer“ hatte ein Nachbar berichtet, er habe kurz vor dem Unglück Gas gerochen.

Während der Ermittlungen mussten die Bewohner der Aufgänge 5 bis 7 in Ausweichquartiere. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann sagte auf Redaktionsanfrage: „Gut, dass nicht mehr passiert ist, vor allem, dass niemand verletzt wurde. Durch das sehr gute Zusammenspiel der Ordnungs- und Rettungskräfte, der Behörden, Stadtwerke und auch der Wohnungsgenossenschaft Elbstrom und der Wohnungsbaugesellschaft Wittenberge gab es schnelle Hilfe für alle von den Folgen der Explosion Betroffenen. Ich hoffe, dass die Mieter der Osterburger Straße sich in ihren Wohnungen bald wieder sicher fühlen.“ Sowohl die WGW als auch die WGE stellten je eine Wohnung zur Verfügung. Doch nur die der WGE in der Professor-Hilgenfeldt-Straße wurde letztlich für eine fünfköpfige Familie benötigt. „Wir halten für unvorhergesehene Fälle eine Wohnung vor“, schilderte Karsten Korup, Geschäftsführender Vorstand der WGE. Torsten Diehn, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, äußerte sich gegenüber dem „Prignitzer“ froh, dass keiner bei der Explosion verletzt wurde. „Wir wurden gleich angesprochen, ob wir helfen können und hätten das natürlich gern getan. Aber die meisten Anwohner sind bei Familienmitgliedern oder Freunden untergekommen.“

Bei den Anwohnern steckte der Schreck kurz nach dem Unglück am Sonntag in den Gliedern. „Wir sind alle mit einem Schock davon gekommen... sitzt immer noch tief“, schrieb Alex Pilarski auf unserer Facebook-Seite. Nur mit dem Nötigsten an Kleidung standen die Mieter auf der Straße, die Kinder waren in Decken gehüllt. Der Orthopäde Dr. Dieter Janke, der seine Praxis fast gegenüber der Unglücksstelle hat, brachte den Menschen warme Getränke und Wasser. Wie die Polizei gestern mitteilte, wird der Schaden mit bis zu 500  000 Euro beziffert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen