Müllgebühr : Anstieg im Centbereich

Nur um 48 Cent im Jahr soll die Müllgebühr ab Januar steigen.
Nur um 48 Cent im Jahr soll die Müllgebühr ab Januar steigen.

Die meisten Haushalte zahlen ab Januar 48 Cent mehr im Jahr / Deponiesanierung wird deutlich preiswerter, Minus beim Altpapier

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30. September 2015, 22:00 Uhr

Die vorgestellten Eckdaten für die neue Müllgebühr ab 2016 ließen Schlimmes befürchten: weniger Müll, weniger Einwohner, weniger Erlöse beim Altpapier. Um so mehr überraschte die Kreisverwaltung die Abgeordneten Dienstagabend mit ihrem Vorschlag: Die Müllgebühr soll 2016/17 um 48 Cent im Jahr steigen. Das sind 0,5 Prozent.

Diese Berechnung bezieht sich auf die am weitesten verbreitete 120-Liter-Tonne und auf die geforderten acht Mindestleerungen im Jahr. Aber selbst wer monatlich abfahren lässt, muss ebenfalls nur marginal mehr zahlen. Dann wären es 63 Cent im Jahr, rechnete Sachbereichsleiter Andreas Much vor. Entsprechend groß war die Freude bei den Abgeordneten im kreislichen Müllausschuss, kennen sie aus früheren Jahren doch ganz andere, deutlich härtere Vorschläge der Verwaltung zur Deckung der Kosten in der Abfallwirtschaft.


Millionen Euro eingespart


Mehrere Faktoren haben sich positiv ausgewirkt, begründet Much. Die anfallende Hausmüllmenge sei weniger drastisch gesunken als erwartet. Auch die Zahl der Behälter, unter denen sich die 120-Liter-Tonne immer stärker als Standardmodell durchsetzt, habe sich nur unerheblich verändert. Mit 6,81 Leerungen pro Einwohner pro Jahr habe man in der Prognose genau richtig gelegen.

Besonders erfreulich sei die Kostenentwicklung der Deponiesanierung in Wittenberge, die ebenfalls vom Gebührenzahler finanziert wird. Zwar seien noch nicht alle Rechnungen auf dem Tisch, aber der Kreis geht von Minderausgaben in Höhe von 3,6 Millionen Euro aus. Damit lasse sich ein Großteil der Nachsorgekosten abdecken, für die die Bürger entsprechend weniger zahlen müssen.

Selbst der noch fehlende 4. Bauabschnitt dürfte dieses gute Ergebnis kaum noch trüben, ist Andreas Much zuversichtlich. Aktuell läuft die Ausschreibung, Baubeginn könnte bis Jahresende sein. Zwei Jahre soll die Sanierung der verbliebenen sieben Hektar dauern. Im Vorfeld seien rund 100 Eidechsen umgezogen. Für sie mussten die Bauarbeiten zeitweilig unterbrochen werden.

Much kann konkret belegen, wie sich die geringeren Kosten der Sanierung auswirken. Mussten 2012 noch 9,62 Euro pro Einwohner im Rahmen der Müllgebühr erhoben werden, sank der Betrag ab 2014 auf 8,10 Euro und wird ab dem nächsten Jahr nur noch 4,78 Euro ausmachen.

Den Gegenpart zu den Deponiekosten spielt aktuell das Altpapier. Menge und Erlöse liegen weit unter Prognosen und Hoffnungen. Im April 2012 wurde die blaue Tonne parallel zu den Containern eingeführt. Ein haushaltsnahes, bürgerfreundliches System, das aber auch deutlich teurer
ist. „Unsere Hoffnungen, dadurch mehr Papier zu bekommen, haben sich nicht erfüllt. „Die Erlöse decken die Kosten nicht“, sagt Much. Statt der erhofften 5600 Tonnen Altpapier, werden im Durchschnitt nur 5000 Tonnen erreicht. Und auch der Preis pro Tonne sei rapide gesunken, habe sich weit von seinen Spitzenwerten jenseits der 80 Euro entfernt. Erst in den vergangenen Monaten sei eine leichte Trendwende zu erkennen, so dass eventuell wieder mehr Erlöse erzielt werden könnten.


Kreistag entscheidet abschließend


Alle Positionen zusammen, Ausgaben und Einnahmen, sind die Grundlage der monatlichen Müllgebühr. Die monatliche Grundgebühr pro 120-Liter-Tonne soll von 4,03 auf 4,05 Euro monatlich steigen. Die jeweilige Leerungsgebühr von 5,07 auf 5,10 Euro. Bei acht Entleerungen ergibt beides zusammen die 48 Cent höhere Jahresgebühr. Sie beträgt 89,40 Euro pro Haushalt 120-Liter-Tonne).

Bis Dezember sollen sich die Mitglieder im Ausschuss dazu positionieren, Anfang des Jahres könnte der Kreistag den Beschluss dazu fassen.

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