Nötigung und Missbrauch in Glöwen : Anklage gegen Asylbewerber erhoben

 
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08. März 2016, 21:00 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens Anklage gegen einen 16-jährigen Asylbewerber aus Afghanistan erhoben. Sie wirft ihm sexuelle Nötigung in einem Fall und sexuellen Missbrauch von neun und elf Jahre alten Jungen in zwei Fällen vor. Die Straftaten sollen sich an zwei Tagen im Januar in Glöwen ereignet haben. Verhandelt werde vor der Jugendschöffenkammer des Amtsgerichtes Perleberg, sagte gestern der Leitende Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann. Da die Unterlagen dort noch nicht vorlägen, gebe es noch keine Termine.

Mit der Anklageerhebung wurde der Antrag der Staatsanwaltschaft Neuruppin an das Oberlandesgericht Brandenburg zurückgezogen, die Außervollzugsetzung des Haftbefehls aufzuheben. Die zwei Vorinstanzen hatten das abgelehnt. Damit entscheidet der zuständige Richter der Jugendschöffenkammer über den Haftbefehl. Der Beschuldigte befindet sich nicht mehr in Glöwen.

Mit der Außerkraftsetzung des Haftbefehls sind Auflagen für den Asylbewerber verbunden. So darf sich der Jugendliche keinen Jungen unter 15 Jahren nähern, um weitere Straftaten zu verhindern. Er muss sich täglich bei der Polizei melden. Bisher hat diese Maßnahme nach Angaben der Staatsanwaltschaft funktioniert.

Die Ermittlungen haben in der Prignitz für erheblichen Wirbel gesorgt. Die „Freien Kräfte Ostprignitz-Ruppin und Prignitz“ haben die mutmaßlichen Taten für fremdenfeindliche Agitation und zwei Kundgebungen in Glöwen genutzt. Dagegen setzte sich ein breites Bündnis aus Bürgern, Kommunal- und Landespolitikern, Parteien und Verbänden zur Wehr.

In Plattenburg und Glöwen unterstützt ein Netzwerk von Bürgern und Vereinen Geflüchtete bei den ersten Schritten in der Prignitz und bei der Integration.

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