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Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 06:35 Uhr

Protest : Angst vor der Hähnchenmast

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bürgerinitiative bittet Pritzwalker Verwaltung um Unterstützung gegen eine geplante Mastanlage

von
erstellt am 08.Sep.2014 | 22:00 Uhr

In Könkendorf will ein Unternehmen eine Hähnchen-Mastanlage mit 327 000 Plätzen schaffen. Die Hähnchen sollen 35 Tage gemästet und dann geschlachtet werden. Achtmal im Jahr soll der Tierbestand wechseln. Dagegen formiert sich Wiederstand, der bei der städtischen Politik um Unterstützung bittet.

Die Bürger fürchten enorme Emissionen durch den Hühnerkot, der auf die umliegenden Felder ausgebracht werden soll, durch Keime, Staub und einen rasant ansteigenden Lkw-Verkehr. Bürgermeister Wolfgang Brockmann erklärte den Vertretern der Bürgerinitiative (BI) und den Stadtverordneten, dass die Kommune nicht Herr des Genehmigungsverfahrens ist und selbst im Rahmen der Beteiligung über wenig Einflussmöglichkeiten verfüge.

Die Genehmigungsbehörde für derartige Vorhaben sei das Landesumweltamt unter Zuständigkeit von Ministerin Anita Tack (Die Linke). Der Bürgermeister regte an, einen Gesprächstermin mit der zuständigen Ministerin zu vereinbaren, um der BI auf politischer Landesebene Gehör zu verschaffen.

Für Wolfgang Brockmann stellen die zusammengetragenen 2000 Protest-Unterschriften einen sehr ernst zu nehmenden Grund dar, die Bedenken der BI und damit auch die Interessen der Anwohner in den betroffenen Orten zu unterstützen.

Pritzwalks Bürgermeister und sein Stellvertreter, Dr. Ronald Thiel, vereinbarten einen Termin in der Neuruppiner Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und übergaben die Unterschriftenlisten gemeinsam mit Andrea Franz, Sandra Rieboldt und Michael Niemann, Mitstreiter der BI an den Abteilungsleiter des Landesamtes, Bodo Schwiegk.

In einem Gespräch konnten sie ihre Ansichten und Befürchtungen darlegen und die Bemühungen der Initiative gegen die geplanten Baumaßnahmen begründen. Vor allem befürchten die Anwohner den Verlust von Lebensqualität sowie Umweltschädigungen durch die geplante Massentierhaltung.

Der Vertreter des Landesamtes nahm die 2000 Unterschriften und die Argumente entgegen und sagte eine Prüfung zu.

Massentierhaltung wird in der Prignitz derzeit in mehreren Orten kritisch hinterfragt. Aktuell ist das im Perleberger Ortsteil Lübzow der Fall. Dort soll eine Schweinezuchtanlage erweitert werden, gegen die sich ebenfalls Widerstand formiert (wir berichteten). In Kritik geraten ist auch die Ferkelzucht in Pinnow. Tierschützer stellten den Behörden heimlich aufgenommenes Filmmaterial zur Verfügung, dass illegales Töten von Ferkeln zeigt. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die Firma hatte die Vorwürfe bestritten.

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