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Der Prignitzer

21. November 2017 | 01:59 Uhr

Angst vor Bahnwerks-Aus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Protestzug gegen Schließung: 1500 Demonstranten bei Kundgebung in Eberswalde

von
erstellt am 01.Mai.2015 | 17:55 Uhr

Protestzüge und Talkrunden: Tausende Menschen hat es in Brandenburg zu den traditionellen Mai-Kundgebungen gezogen. In Eberswalde (Barnim) protestierten gestern nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) 1500 Menschen gegen die geplante Schließung des dort ansässigen Instandhaltungswerks der Deutschen Bahn. Unter ihnen seien viele Bahn-Mitarbeiter und Politiker gewesen.

Arbeitsministerin Diana Golze (Linke) erneuerte in der Stadt nordöstlich von Berlin die Zusage der Landesregierung, alles für den Erhalt des Werkes zu tun. Dort arbeiten fast 500 Menschen. Bis zum Sommer soll eine Entscheidung fallen, ob es doch noch eine Zukunft für den Standort gibt, wie unlängst Land und Bahn ankündigten. Die Schließungspläne waren im Herbst bekannt geworden und hatten heftige Kritik ausgelöst.

Dem Wittenberger Bahninstandhaltungswerk droht keine Schließung, aber auch ein Stellenabbau in noch unbekannter Höhe. Der Konzern hatte im vergangenen Oktober angekündigt, die Bahnwerke in Eberswalde und in Zwickau zu schließen. Aus Sicht der Bahn sind die Standorte nicht wirtschaftlich – wegen eines Rückgangs von Instandhaltungsleistungen an Güterwagen. Details zu den Veränderungen an den Standorten will die Bahn voraussichtlich in diesem Monat nennen.

Auch in anderen Städten gab es Kundgebungen für bessere Arbeitsbedingungen. In Potsdam zogen mehr als 500 Demonstranten durch die Innenstadt. Am Landtag gab es laut DGB eine Kundgebung mit anschließender Talkrunde vor mehr als 2000 Menschen. Hunderte zog es auch in der Grenzstadt Frankfurt (Oder) ins Stadtzentrum, wo Gewerkschafter zunehmende Leiharbeit beklagten. Es ging zudem um die laufenden Streiks im Personen-Nahverkehr.

Auch der Mindestlohn war überall Thema. „Endlich werden die Beschäftigten wirksam vor sittenwidrigen Niedriglöhnen geschützt“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in einer Botschaft zum 1. Mai. „Die Unkenrufe der Kritiker, die schon vorher vor großen Arbeitsplatzverlusten warnten, haben sich nicht bewahrheitet.“ In Brandenburg habe sich die Erwerbslosigkeit innerhalb von zehn Jahren halbiert, betonte der Regierungschef. Der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde gilt seit Januar.

In ganz Deutschland gab es gestern Mai-Kundgebungen. Die zentrale DGB-Veranstaltung fand in Berlin statt.

 

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