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Bad Wilsnack steht in der Pflicht : Angst um das Telefonkabel

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In der Wilhelm-Bleek-Straßen in Klein Lüben wachsen Bäume in die Leitung. Da wird Dietrich Nickel angst und bange.

von
erstellt am 16.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Wenn Dietrich Nickel bei einem Spaziergang in der Wilhelm-Bleek-Straße an den Bäumen nach oben blickt, wird ihm bange. Denn einige der Pflanzen haben mittlerweile die Telefonleitung förmlich umschlossen. „Wenn das Kabel von den Ästen beschädigt wird, haben wir kein Telefon mehr“, so der 65-Jährige. Dabei denke er mehr an seine pflegebedürftige Nachbarin, die ohne Telefon von der Außenwelt abgeschnitten wäre. „Ich habe ihr schon mehrmals geholfen, als sie gesundheitliche Probleme hatte. Da hat sie mich angerufen“, schildert der Klein Lübener.

Die Bäume stehen auf Gemeindeboden, also sieht Nickel auch die Stadt Bad Wilsnack in der Pflicht, die Bäume auszuästen. Passiert ist bisher aber nichts, was ihn ärgert. „Mitte Januar wurden die Nadelbäume auf dem Friedhof zurückgeschnitten. Ich habe die Männer gefragt, ob ich sie nicht überreden kann, auch gleich noch die Bäume an der Straße zu beschneiden. Das haben sie aber abgelehnt und mich vom Friedhof verwiesen mit dem Hinweis auf den Arbeitsschutz.“ Seit mehr als einem Jahr versucht Nickel bereits, etwas zu erreichen. Zuletzt schrieb er einen Brief an Bürgermeister Hans-Dieter Spielmann, ein Ergebnis gibt es bisher nicht. „Nun ist der Zeitraum für die Ausästung bald wieder vorbei. Dann treiben die Bäume aus.“

Tatsächlich sieht sich das Amt Bad Wilsnack/Weisen nicht zuständig für den Rückschnitt der Bäume. „Das Kabel gehört der Telekom, deswegen muss sie die Äste abschneiden“, erklärt Bauamtschef Peter Rollenhagen auf Anfrage den Standpunkt der Verwaltung. Bis vor einigen Jahren habe die Telekom dies auch regelmäßig gemacht. „Wir haben uns an das Unternehmen gewandt und die Auskunft erhalten, dass wir nichts machen sollen. Denn es besteht die Gefahr, dass wir das Kabel bei den Schnittarbeiten beschädigen“, gibt Rollenhagen die Antwort der Telekom wider. Die Firma selbst handele erst, wenn eine Havarie eintritt, also das Kabel tatsächlich beschädigt ist. Die Telekom äußerte sich dem „Prignitzer“ gegenüber widersprüchlich. „Für die Baumpflege verantwortlich ist der Eigentümer der Bäume“, so Firmensprecher Georg von Wagner.  

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