Debatte um Feuchtbiotop Garsedow : Angler: Unterlagen zu oberflächlich

Der Anglerverband wehrt sich gegen Vorwürfe des Landesumweltamtes.
Der Anglerverband wehrt sich gegen Vorwürfe des Landesumweltamtes.

Neues Feuchtbiotop Garsedow: Verband weist kritische Anmerkung des Landesumweltamtes zurück

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15. März 2016, 05:00 Uhr

Der Kreisanglerverband Perleberg sieht sich zu Unrecht in der Kritik. Sein Vorsitzender Manfred Ihl weist die Feststellung aus dem Landesumweltamt zurück, der Verband hätte sich vor Jahren nicht am öffentlichen Auslegungsverfahren zum Deichbau und zu den Ausgleichsmaßnahmen in der Niederung zwischen Elbdeich und Karthane beteiligt, würde aber heute Teile der Maßnahme kritisieren.

Am 8. März zitierte der „Prignitzer“ aus dem Schreiben des Anglerverbandes an die Landesbehörde, in dem es heißt, „dass die Art und Weise der Umsetzung dieser Maßnahme eine nicht unbedeutende Beeinträchtigung der Uferbetretung und damit des bestehenden fischereilichen Pachtvertrages mit sich bringt“. Das Landesumweltamt verwies in dem Beitrag seinerseits auf die öffentliche Auslegung, mit der es „ausreichend Gelegenheit gegeben“ hätte, sich schon damals kritisch zu beteiligen. Ihl sagt: „Genau das haben wir getan. Wir haben als Verband die Unterlagen eingesehen.“ Aber: „Zur Errichtung eines Feuchtgebietes bei Garsedow müssen wir sagen, dass aus den damals ausliegenden Unterlagen keine konkreten und detaillhaften Darstellungen zu entnehmen waren. “ Aber nur auf dieser Grundlage hätte man Kritik üben können. Einen Auwald an sich wollten die Angler nicht kritisieren. Gegen ihn sei nichts zu sagen.

Die Stadt hat dem Anglerverband jetzt, um die Situation zu erhellen, eine CD mit den damals ausliegenden Dokumenten zur Verfügung gestellt. „In dem auf der CD enthaltenen Erläuterungsbericht vom 23. November 2007 waren zum Feuchtbiotop Garsedow nur sehr oberflächliche Angaben zu entnehmen“, erklärt Ihl. Es habe lediglich eine kartografische Kennzeichnung des Gebietes unter der Bezeichnung Ersatzmaßnahme 27 gegeben. Dazu einen textlichen Vermerk zur beabsichtigten Auwaldentwicklung. Auf der CD sollten eigentlich auch tiefgründigere Erläuterungen zu der Ersatzmaßnahme zu finden sein, sagt Ihl, es habe aber nur drei leere Seiten gegeben.

Trotzdem haben „wir Angler bis zum Schluss den Aussagen des Umweltamtes (der „Prignitzer“ vom 15. Mai 2015), Angler sollen nicht aus dem Gebiet verdrängt werden“, geglaubt. Dieser Vertrauensvorschuss sei augenscheinlich ein Fehler. 300 Meter Ufer – von 2,6 Kilometern – stehen den Petrijüngern an ihrem Pachtgewässer Karthane durch das neue Biotop nicht mehr zur Verfügung. Der Anglerverband betont aber auch, „dass es uns nicht um die 300 Meter mehr oder weniger Uferbetretungsrecht geht, sondern um die Bürgernähe von Ministerien und Ämtern“. „Es geht um ein faires Miteinander.“

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