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Der Prignitzer

17. August 2017 | 21:28 Uhr

Angeschlagenes Denkmal

vom

Perleberg | Es blutet das Herz, da muss man nicht einmal Architekt oder Denkmalschützer sein: Der Anblick, den Hoffmanns Hotel Mitte September, rund acht Monate nach dem verheerenden Brand, bietet, ist traurig. Und das ist er nicht nur wegen der Zerstörungen, die die Flammen sowie später das unvermeidliche Löschwasser anrichteten. Mit einer Notsicherung, so die AG Stadtgestaltung und der Altstadtverein, hätte man einiges in den Griff bekommen können. "Wir haben bereits vor mehreren Monaten ein Notsicherungskonzept für das Vorderhaus erstellt. Geschehen ist leider nichts", so Stefan Kunzemann von der AG Stadtgestaltung bei einer Begehung am Donnerstagnachmittag. Eine Plane, mit der man das offen stehende Dach abdeckt, hätte bereits Wunder wirken können. Jedoch gibt es nicht einmal diese Minimalvariante.

AG Stadtgestaltung und Altstadtverein hatten bereits im Mai angekündigt, sich für den Erhalt des denkmalgeschützten, stadtbildprägenden Hauses zu engagieren und somit den Abriss zu verhindern. Für jenen spricht ein Gutachten zweier Sachverständiger. Es besagt, dass das Haus nicht mehr zu retten sei.

Läuft man selbst durch das Objekt, entsteht gerade dieser Eindruck schnell. Aber die Akteure der AG und des Vereins lassen nicht locker, sind jetzt selbst an einem Rettungsversuch dran. Mit Dr. Dieter Hoffmann-Axthelm fand man jemanden, der Hoffmanns Hotel erwerben würde. Damit, so Kunzemann, wäre die Eigentumsfrage geklärt. Danach allerdings soll die Immobilie sogleich in so genanntes nicht privates Eigentum überführt werden. "Das können nur viele Akteure gemeinsam schultern. Wir hoffen auf bürgerschaftliches Engagement", macht der Architekt deutlich. Die Koalition aus AG, Verein und Eigentümer reiche noch nicht aus. Daher, so Kunzemann, würden Gespräche mit anderen Vereinen, mit IHK und Handwerkskammer, mit der Kommune und zahlreichen weiteren möglichen Partnern geführt. Die Aktivisten haben Visionen und wollen sich auch um ein Nutzungskonzept kümmern. Nur eines wollen sie auf keinen Fall: Dass Hoffmanns Hotel aus dem Stadtbild verschwindet - eine nicht zu heilende Wunde.

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erstellt am 10.Sep.2010 | 06:18 Uhr

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