Rosa Luxemburg Stiftung : Angebote aus Kultur und Politik

Klausur der Rosa-Luxemburg-Stiftung in der Alten Ölmühle in Wittenberge – dort, wo sich Geschichte in altem und neuen Gewand manifestiert.
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Klausur der Rosa-Luxemburg-Stiftung in der Alten Ölmühle in Wittenberge – dort, wo sich Geschichte in altem und neuen Gewand manifestiert.

Der Vorstand der Brandenburger Rosa Luxemburg Stiftung mit seinem Wittenberger Vorsitzenden Steffen Kludt tagte in der Alten Ölmühle. Dort konnte er die konkrete Ortsgeschichte vermitteln.

svz.de von
16. Dezember 2013, 22:00 Uhr

Dass der Vorstand der Brandenburger Rosa Luxemburg Stiftung am Wochenende in Wittenberge in Klausur ging, war kein Zufall: Erstens, weil sie ihre linke politische Bildungsarbeit verstärkt den Interessenten auch in den Randregionen des Landes anbieten möchte – daher tagen Vorstand und Kuratorium zum Jahresende meist weit ab von Potsdam. Und zweitens ist Steffen Kludt, der derzeitige Vorsitzende, ein Wittenberger – sozusagen die folgende Generation derjenigen Wissenschaftler, Politiker, Kunst- und Kulturschaffenden, die 1991 den „Brandenburger Verein für politische Bildung, Rosa Luxemburg“ gegründet hatten, um den kurz nach der Wende nicht hoffähigen linken Gedanken ein Forum zu bewahren.

Steffen Kludt ging nach dem Abitur 1998 am Marie Curie-Gymnasium Wittenberge an die Universität Potsdam zum Lehramtsstudium und war der Rosa Luxemburg Stiftung mit seiner Staatsexamensarbeit „Am Ende des Fortschritts? ,Sozialismus in den Farben der DDR‘. Eine generationsgeschichtliche Perspektive“ aufgefallen und 2009 für den jährlichen Förderpreis ausgewählt worden. Seitdem engagiert er sich in der Stiftung. „Ich möchte vor allem auch junge Menschen dazu ermuntern, politische Prozesse zu hinterfragen, sich einzubringen und mit kompetenten Partnern neue Lösungsansätze für linke Alternativen zu diskutieren.“

Konkrete Ortsgeschichte konnte Steffen Kludt am Tagungsobjekt, der Alten Ölmühle, vermitteln: Die Industrialisierung, die 1856 mit der Herzschen Ölmühle hier begonnen hatte, ließ die Kleinstadt an der Elbe groß und reich werden. Für Singer, Raw, Zellwolle waren damals Elbe, Straße, Bahnlinie entscheidend. Nach der Wende hatten diese Vorteile ausgedient – Wittenberge verlor bis jetzt fast die Hälfte der Einwohner.

An die soziologische Studie „ÜberLeben im Umbruch“, in der dieser Umstand wissenschaftlich untersucht wurde und der in Wittenberge so viel betroffene Kritik ausgelöst hatte, erinnerte man sich in der RLS, denn die Moderation dieser Veranstaltungen mit den Wissenschaftlern in der Landeshauptstadt und ähnlich betroffenen Städten im Land waren Steffen Kludts erste Veranstaltungen.

Und wenn es um das Suchen nach Alternativen für die gegenwärtigen Probleme geht, dann sind Politiker der Linken sowohl als Mitglieder als auch als Gäste bei den Veranstaltungen selbstverständlich, schließlich ist die Rosa Luxemburg Stiftung zwar kein Teil der linken Partei, aber ihr nahe, wie eben auch die Ebert-Stiftung der SPD und die Adenauer-Stiftung der CDU „nahe steht“.

Und so war auch Thomas Domres, der Parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion und auch aus der Prignitz, in die Alte Ölmühle gekommen, um die Gäste aus allen Landesteilen mit neuesten Neuigkeiten aus der Fraktion zu versorgen. So erfuhren die Teilnehmer Hintergründe über den bereits begonnenen Wahlkampf, darüber, wie die Linke – einzig in Brandenburg in der Regierung – sich Anfeindungen und Intrigen ausgesetzt sieht. „Dennoch“, so Domres, „besagt der letzte Brandenburg-Trend, dass uns die Regierungsarbeit nicht – wie in Mecklenburg und Berlin – geschadet hat.“ Für Brandenburg sei eine Weiterführung der rot-roten Koalition sinnvoll, „aber nicht um jeden Preis“. Deutlicher müssten allerdings die eigenen Erfolge in der Koalition benannt werden. „Das Wahlalter mit 16, die CCS-Verpressung an die Akzeptanz vor Ort zu binden, trägt unseren Namen“, sagte Domres. Es sei wichtig, dass die Menschen das erfahren und verstehen.

Um das Verstehen solcher Zusammenhänge gehe es der RLS unmittelbar, sagt der Landes-Geschäftsstellenleiter Dr. Detlef Nakath. „Bei uns gibt es in allen Landesteilen so viele Menschen mit linkem weltanschaulichen Sachverstand, mit denen wir gern zusammenarbeiten würden. Wenn wir uns zum Beispiel mit anderen Vereinen vernetzen würden, dann könnten wir auch in der Prignitz ein buntes Angebot kultureller und politischer Bildung anbieten. Wer sich mit uns in Verbindung setzen möchte, kann mir gern mailen (www.brandenburg.rosalux.de).“




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