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Andreas Kohls: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es knallt

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erstellt am 14.Dez.2011 | 05:21 Uhr

Perleberg | Andreas Kohls ist Rettungsassistent. Täglich werden er und seine Kollegen gerufen, und da geht es mitunter um jede Sekunde, hängt davon Leben und Gesundheit des Patienten ab. Insofern ist Eile geboten. Für den jungen Mann ist daher kaum verständlich, warum auf der B 5 im Bereich der Auf- und Ausfahrt zum Krankenhaus 100 km/h erlaubt sind. "Wer hier auf die B 5 auffährt, kann die linke Seite schwer einsehen", fügt er an.

Fast täglich höre man Reifen quietschen, habe eine Vollbremsung schon etliche Male Schlimmeres verhindert. Nur 20 bis 30 Meter hinter der Auffahrt in Richtung Ampel Pritzwalker Straße sind dann 70 km/h geboten. Und auch vor den meisten Ortsabfahrten entlang von Bundes- und Landesstraßen muss man runter vom Gas, sind 70 km/h vorgeschrieben. In Neu Schrepkow ist man gar auf 50 km/h ’runtergegangen. Doch hier, wo mit Kreisverwaltung und Kreiskrankenhaus die größten Arbeitgeber in Perleberg angesiedelt sind, täglich Beschäftigte und viele Besucher die großen Parkplätze frequentieren und einzig auch wieder über die B 5 verlassen können, da kann der Verkehr mit 100 Sachen auf der Bundesstraße vorbeirauschen.

Für Andreas Kohls steht außer Zweifel, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es hier einmal tüchtig kracht.

Doch bis dato ist hier relativ wenig passiert. Einzig 2010 gab es einen Unfall mit einem Schwer- und einem Leichtverletzten, bestätigte auf Nachfrage die hiesige Polizeiinspektion. Der besagte Bereich habe sich bislang nicht als Unfallschwerpunkt herauskristallisiert, betont auch Jürgen Nüsse, Sachbereichsleiter Straßenverkehr beim Landkreis. Ein Indiz, dass es hier funktioniere. Dieser Bereich liege außerhalb der Ortslage, sprich, es gelten 100 km/h. Um die Beschilderungen zu ändern, in diesem Fall die Geschwindigkeit herabzusetzen, müssen laut Straßenverkehrsordnung besondere Umstände dieses zwingend gebieten. Im Klartext: die örtlichen Gegebenheiten sind ausschlaggebend, so Nüsse. Und die sind hier so, dass sie eine Herabsetzung der Geschwindigkeit nicht zwingend erfordern. Der Zaun wurde bereits versetzt, um die Sicht zu bessern. Es sei zudem ein Trugschluss, dass eine andere Geschwindigkeit das Unfallrisiko automatisch senke. Denn jeder müsse sich auch dran halten.

Vor einer Ampel sind außerorts laut StVO generell rechtzeitig 70 km/h angeordnet. Umgekehrt, von der Ampel weg gelten 100 km/h.

Die Rettungswagen seien im Straßenverkehr von vornherein privilegiert, wenn sie mit Sondersignal fahren. Allerdings müssen auch sie sich vergewissern, so ein aktuelles Urteil des Landgerichts Saarbrücken, dass sie von den anderen Verkehrsteilnehmern auch wahrgenommen wurden, diese sich auf sie eingestellt haben, fügt Nüsse an.

Hinsichtlich der Regelung bei Neu Schrepkow seien dort besagte besonderen Umstände durch sehr dicht stehende Bäume und eine relativ enge Fahrbahn gegeben, so der Sachbereichsleiter Straßenverkehr. Grundsätzlich gelte Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung - Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Denn der Verkehr werde nicht sicherer, wenn der Schilderwald wachse. "Umgekehrt, wir sind gerade bestrebt, letzteren zu lichten."

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