"Andi - lass es kesseln!" beim Oldtimertreffen

<strong>Die Plakette</strong> des 14. Oldtimer treffens.
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Die Plakette des 14. Oldtimer treffens.

svz.de von
12. Juli 2012, 09:54 Uhr

Perleberg | Es findet definitiv am Sonnabend und Sonntag statt - das Oldtimertreffen für Land- und Militärfahrzeug auf dem Motorsportpark am Flugplatz. Am vergangenen Sonntag war, vermutlich durch Brandstiftung, hier das Vereinshaus der Oldtimerfreunde in Schutt und Asche aufgegangen. Erst Entsetzen, dann wurde zugepackt. "Am Montagabend ging es auf dem Anwesen zu wie in einem Ameisenhaufen. Unsere Vereinsmitglieder, die Jungs vom Motocrossverein, befreundete Oltimerfans, alle halfen, den Schutt zu beräumen. Vielen hatten stehenden Fußes Hilfe angeboten, die Stadt, die Perleberger Kameraden der Feuerwehr, die Sparkasse, der Aero-Club - ich könnte die Aufzählung fortführen. Ehrlich, ich war überwältigt und wir sind dankbar für so viel Unterstützung", betont Frank Brauer, Vorsitzender der Oldtimerfreunde.

Inzwischen ist der Platz komplett beräumt, die Startrampe für die Oldtimerrallye steht bereits, heute wird mit dem Aufbau der Marktbuden begonnen. "Die Oldtimertage können also beginnen", so der Vereinsvorsitzende.

Mit von der Partie "Werner", zumindest im Geiste. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, wird nicht Rotger Feldmann, der die berühmte Wernerfigur zum Leben erweckte, in Perleberg dabei sein, dafür sein Bruder Andi, den meisten besser bekannt als Stimme von Meister Röhrich. "Und der ist mindestens ein ebenso kaputter wie beinharter Schrauber", fügt Frank Brauer an und kann sich das Schmunzeln dabei nur schwer verkneifen. Beim vergangenen großen Oldtimertreffen in Pritzwalk wurde die Idee geboren, um 24 Uhr klingelte bei Andi das Telefon. "Und der sagte prompt zu", freut sich Brauer immer noch sichtlich. "Denn er ist wie sein Bruder ein begeisterter Bastler. Derzeit schraubt er an einem Motorrad mit NSU-Automotor. NSU steht für Neckarsulmer Strickmaschinen Union. Das Motorrad ist fast fertig. Er wird es zu unserem Treffen am Wochenende mitbringen und hier zu Ende bauen", so Brauer. Und mitbringen wird er auch einen Zeichner aus dem Werner-Team. Dem könne man dann live über die Schulter schauen, wenn er es mit spitzem Stift "krachen" lässt.

Übrigens, bekannt wurden Rotger und Andi Feldmann unter anderem durch ihre gelinde gesagt recht eigenwilligen, protzigen wie skurrilen Motorradkonstruktionen. So bauten sie ein Maschinchen mit fünf Horex-Motoren, den Red-Porsche-Killer. Auf einem Flugplatz trat der gegen einen Porsche an. "Und verlor. Er heizte damals in die Strohballen", erzählt Frank Brauer. Das war noch zu DDR-Zeiten. "Ich war beim Pflastern, als es im Radio lief", erinnert er sich.

An die 120 historische, chromblitzende Veteranen der Landstraße werden am Sonnabend ab 10 Uhr über die Startrampe rollen und auf Rallyetour gehen. Im Anschluss wird dann gegen 11 Uhr offiziell die Motocross-Strecke eröffnet und der erste Trainingslauf gestartet. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr wird die Schau von Fahrzeugen der IFA- und DKW-Serie sein.

Alle Oldtimerfreunde, die noch ein Fahrzeug der F-Serie ihr Eigen nennen, sind besonders herzlich eingeladen, mit ihrem Gefährt beim Oldtimertreffen vorzurollen. Auch ihnen, wie allen Aktiven, winkt wieder die begehrte Oldtimertreffen-Plakette. Dieses Mal mit dem Abbild eines F 8.

Ein weiteres Highlight dürfte die große Sportwette sein, an der jeder automatisch teilnimmt, der eine Eintrittskarte hat. Groß darf man in diesem Fall wörtlich nehmen, denn ein Panzer tritt gegen einen Lkw H 6 an, anders gesagt elf gegen 7,5 Tonnen. Vor den Lkw werden sich die Mitglieder des Motocross- und Enduropark e. V. spannen und den 7,5 Tonner 20 Meter ziehen. Unter einem Panzer machen es hingegen die Oldtimerfreunde nicht. "Auch wenn die Motocross freunde stetig neue Mitglieder bekommen, so sind wir derzeit noch mehr", fügt Frank Brauer an, der hier einfach auf Masse setzt. Letztlich entscheidet die Uhr, wer hier die Nase vorn hat. Auf den Gewinner aus dem Publikum wartet dann eine MZ ETZ 250.

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