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Scholl-Schule : Anbau für Schollschule im Gespräch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Projektidee greift auf, was Eltern bereits 2015 ins Gespräch brachten plus Turnhallenneubau und Schulhofsanierung

von
erstellt am 02.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Einen multifunktionalen Neubau auf dem Schulgelände, der zugleich zusätzliche Räumlichkeiten für den Unterricht, ein Domizil für den Hort und Platz für die Essensversorgung der Grundschüler und Hortkinder bietet – diese Variante brachten Eltern der Schollschule bereits im Februar 2015 ins Gespräch (wir berichteten). Anlass war die Vorstellung von drei Varianten im Stadtentwicklungsausschuss, um u. a. die Situation bei der Essensversorgung in der Kita „Piccolino“ zu entschärfen. Derweil hatte auch die Grundschule selbst immer wieder deutlich gemacht, dass sie sprichwörtlich aus allen Nähten platze. Getan hat sich aber nichts – hatte man zumindest den Eindruck. Niemand redete mehr über die Varianten zur Schaffung von mehr Räumlichkeiten in der Kita oder über einen Anbau an der Schule. Letzteres ist nun aber offensichtlich wieder im Gespräch.

Im Kulturausschuss stellte Bauamtsleiter Hagen Boddin am Dienstag ein entsprechendes Projekt vor. Um nicht falsche Hoffnungen zu wecken: Noch sind es Vorstellungen, die aber durchaus Realität werden könnten. Denn im Rahmen der Richtlinie des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung zur nachhaltigen Entwicklung von Stadt und Umland (NESUR) tue sich eine Fördertür auf. Und die ist mit 80 Prozent Fördersumme schon recht gewaltig.

Voraussetzung ist ein Konzept zum gemeinsamen Lernen. Ein solches will die Grundschule „Geschwister Scholl“ zu Papier bringen, sich mit diesem bewerben, wie Schulleiterin Gabriele Gohlke im Ausschuss sagt, denn gelebt werde es schon längst an der Schule.

Und da beißt sich die Katze auch in den Schwanz, denn eigentlich fehlen dafür die Räumlichkeiten. Für 250 bis 270 Schüler einst ausgelegt, werden derzeit 360 Mädchen und Jungen an der Schollschule unterrichtet, darunter etliche mit Förderbedarf vor allem auch im emotional-sozialem Bereich. „Für sie sind wir mehr als nur eine Bildungsstätte, teilweise eben auch so etwas wie Familienersatz“, so die Schulleiterin. Diesen Kindern genauso wie den anderen Schülern einschließlich jenen, die stets gefordert werden wollen, und den Flüchtlingskindern, die erst einmal die Sprache ihres neuen Zuhauses lernen müssen, gerecht zu werden, vor dieser Aufgabe steht jede Kollegin jeden Tag. Die räumliche Enge bei durchschnittlich 27 bis 28 Schülern pro Klasse sei da alles andere als förderlich. Fachräume gebe es schon keine mehr an der Schule, sie wurden, wie auch das einstige Lehrerzimmer, zu Klassenräumen. Und doch hat nicht jede Klasse einen eigenen Raum. Gebraucht werden große, teilbare Räume, um auf die Kinder individuell eingehen zu können, um alle dort abzuholen, wo sie stehen. Die Betonung liegt da bewusst auf alle.

Ein Anbau im hinteren Bereich mit Fahrstuhl und direktem Anschluss an das eigentliche Schulgebäude zielt in diese Richtung. Einher damit soll die Turnhalle, die über 50 Jahre alt und energetisch gesehen ein Fass ohne Boden ist, abgerissen und neu gebaut werden. Ebenso soll der Schulhof, der noch den Charme der 60er Jahre verbreitet, endlich ins Heute geholt werden.

Summa summarum für alles eine Investition von über vier Millionen Euro reinen Baukosten. „Ab zwei Millionen müssen wir einen Planungswettbewerb ausschreiben“, so der Bauamtsleiter, der den weiteren Zeitplan überschlägt. Frühesten in zwei Jahren könne danach der erste Spatenstich für das Projekt erfolgen, das in seiner jetzigen Form nur eine Art Kubatur darstelle ohne Anspruch auf bauliche Umsetzung.  

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