Bad Wilsnack : Amtsdirektor muss durchs Fenster

Schwindelfrei: Amtsdirektor Torsten Jacob beim Abstieg.
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Schwindelfrei: Amtsdirektor Torsten Jacob beim Abstieg.

Torsten Jacob: „Das war ein solider Abstieg“ / Zehn Wehren sind an einem Übungseinsatz in Bad Wilsnack beteiligt

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09. September 2015, 09:10 Uhr

Dienstag Nachmittag, 17 Uhr: Auf dem Vorplatz des Bad Wilsnacker Rathauses sind Sirenen im Umland zu hören. Ein Rollwagen mit Sauerstoffgeräten steht bereit. Amtsbrandmeister Roland Muntau schaut entspannt auf seinen Einsatzplan. „Mit der Übung überprüfen wir die Zusammenarbeit der Wehren und wie viele Atemschutzträger wir zusammenbekommen. Da nur wenige eingeweiht sind, machen wir das zu 80 Prozent unter realen Bedingungen. Im Gebäude haben wir Personen platziert, die unter Atemschutz geborgen werden sollen. Der Gesetzgeber sagt, dass wir solche Übungen jährlich fahren müssen“, informiert Muntau. Insgesamt zehn Wehren wurden alarmiert. In den Gemeinden müssen die Kameraden dann zu ihren Gerätehäusern eilen, bekommen von der Leitstelle die Order, in diesem Fall hieß es „Gebäudebrand klein“, und fahren dann los. Um 17.18 Uhr traf mit Bälow die letzte der zuerst alarmierten Wehren ein. „Bedingt durch die Anfahrtszeit ist das absolut realistisch, schneller geht es aus Bälow nicht“, so Muntau. „Mit Alarm und Umziehen haben wir bis zur Ankunft maximal zwölf Minuten gebraucht“, so Karina Grünwald. Seit vier Jahren ist die 35-jährige Kameradin in der Ortswehr von Grube aktiv, betreut dort auch den Nachwuchs. Diese Form von Großübung ist für sie die erste. Auf die Leiter, die ihre Kollegen zur Personenbergung gerade an der Außenwand des Rathauses aufrichten, würde sie nicht unbedingt als Erste klettern: „Ich habe eigentlich ziemlich Höhenangst.“ Amtsleiter Torsten Jacob hatte keine Wahl. Sein Weg in den Feierabend führte über die Leiter. Aus ungefähr neun Metern Höhe wurde er evakuiert, gesichert durch ein Seil. „Es war ein komisches Gefühl, aber die Leiter wurde durch die Kameraden stabil gehalten. Das war ein solider Abstieg“, so Jacob.

Mit Kamera und Notizbuch ausgestattet protokollierte Kamerad Lothar Fred alle Schritte. „Ich versuche, eventuell auftretende Fehler zu vermerken. Es gibt immer Kleinigkeiten, aber die meisten sind nicht sicherheitsrelevant. Beispielsweise wie die Gerätschaften verlegt worden sind, ob es Stolperfallen gibt und wie die Kollegen zum Inneneingriff vorrücken“, so Fred.

Gegen 18 Uhr war der Einsatz vorüber. Die „geretteten“ Mitarbeiterinnen des Amtes konnten aufatmen, die etwa 40 Schaulustigen zogen weiter. Bilanz der Übung: Insgesamt 75 freiwillige Feuerwehrleute aus dem Amtsbereich waren in der Kerneinsatzzeit vor Ort. Torsten Blüthmann, Stellvertreter von Roland Muntau, war sehr zufrieden. „Wir hatten pro Wehr jeweils zwei Kollegen, die gut für das Tragen von Atemschutzgeräten geschult sind. Das ist ein sehr gutes Ergebnis.“

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