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Der Prignitzer

20. November 2017 | 13:02 Uhr

Altstädter sitzen auf gepackten Koffern

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jun.2013 | 08:39 Uhr

Wittenberge | Am Stern ist Schluss. Polizei stoppt alle. Egal, ob sie in die verlängerte Bahnstraße, die Lenzener, die Turm- oder die Mohrenstraße wollen. Die Beamten kontrollieren genau. Helfer dürfen Richtung Elbe fahren. Andere werden nur durchgelassen, wenn sie in dem abgeriegelten Gebiet wohnen. Passierscheine stellt die Stadtverwaltung aus. Gestern gaben sich im Feuerwehrdepot, wo der Wittenberger Hochwasserstab sitzt, Bürger die Klinke in die Hand. Sie holten sich Passierscheine. Zwar ist die Wittenberger Altstadt seit Samstagnachmittag Evakuierungsgebiet. Da es sich aber (erst einmal) um eine freiwillige Evakuierung handelt, haben bei weiten nicht alle der 1500 dort Wohnenden ihre Häuser verlassen.

Der Begriff Altstadt ist weitgefasst. Denn betroffen sind alle "Gebiete, die westlich und südlich der Lenzener Straße, der Mohren- und der Müller straße bis an die B 189 heranreichen", sagt Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Gleichzeitig versichert er, "dass wir trotz dieser Entscheidung das öffentliche Leben so weit wie möglich aufrecht erhalten wollen". Als ein wichtigstes Indiz nennt Hermann das Kaufland und das WEZ. Obwohl sich beide Versorger im Evakuierungsgebiet befinden, wollen sie nach gestrigem Stand der Dinge weiter öffnen. Zu erreichen sind sie über die B 189. Auch der Abfüllplatz an der Ecke von Dr.-Wilhelm-Külz-Straße/Grüner Weg, auf dem Privatpersonen Sandsäcke erwerben und füllen können, bleibt, obwohl im Evakuierungsgebiet, geöffnet.

Auf die "Prignitzer"-Frage, welche Umstände zu der kurzfristigen Evakuierung führten, sagt Dr. Hermann: "Es gab keinen akuten Anlass. Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Die Prognosen sind viel zu unsicher, die Gefahr zu groß." Derartig große Schwankungen in den Vorhersagen seien ungewöhnlich. Der Bürgermeister will die freiwillige Evakuierung auch als Signal verstanden wissen. "Es ist ein Hinweis darauf, dass man in diesem Gebiet auf gepackten Koffern sitzen sollte." Innerhalb des Evakuierungsgebietes bleiben heute und morgen die Oberschule Scheunenstraße, die Allgemeine Förderschule und außerdem die Albert-Schweitzer-Schule in der Prof.-Hilgenfeldt-Straße geschlossen. Die in freier Trägerschaft befindliche Kita Quitzowstraße hat eine Empfehlung erhalten, die Einrichtung nicht zu öffnen. Der Kreis weist darauf hin, dass "alle Pflegebedürftigen im Evakuierungsgebiet, die vom Pflegedienste erfasst und dem Landkreis gemeldet worden sind, vom Rettungsdienst persönlich aufgesucht" werden. Sie erhalten ein Angebot zur Aufnahme ins Kreiskrankenhauses. Eine generelle Evakuierung von Pflege- und Seniorenheimen erfolge derzeit nicht.

Die Sammelunterkunft für freiwillig Evakuierte befindet sich in Perleberg in der Turnhalle der Grundschule Dergenthiner Straße.

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