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775 Jahre Perleberg : Altstadt – eine große Festtagsmeile

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Handel, Action, Show auf Bühnen und Straßen bis in die späte Nacht

von
erstellt am 29.Jun.2014 | 12:38 Uhr

An diesem Wochenende hatte man den Eindruck – Perleberg muss eine Großstadt sein. Alle 46 Erlebnispunkte, wenn auch nur kurz angesteuert, da kamen einige Kilometer Fußmarsch zusammen. Und wohin man blickte, drängten sich Menschenmassen durch die Straßen und Gassen. „Gefühlt dürfte sich die Einwohnerzahl verdreifacht haben“, sagt mit einem Lächeln die Perlebergerin Christine Klann.

Und alle sind super drauf. „Wie auch anders bei dem Angebot“, so Gabriele Werner. Sie kam aus dem Schwarzwald und ihre Schwester Birgit Zachow aus Schwerin zum Feiern nach Hause. Denn beide sind ursprüngliche Rolandstädterinnen. Gemeinsam mit Mutti Ursula Bussian geht es auf die Festtagsmeile. Mit Bowle wird erst einmal angestoßen – verständlich, feiert Gabriele an diesem Samstag auch Geburtstag.

Derweil drehen die Groß Buchholzer Weiber die Wäsche durch die Mangel. „Bis 14 Uhr ist noch Weißwäsche dran, anschließend stecken wir die Handwerksburschen von gegenüber in die Lauge.“

Die Schönfelder locken mit edlen Likören Marke Eigenkreation und einem Holunderblütengelee. Der Name lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. „Alles was wir anbieten, ist aus unserem Kochbuch“, erzählt Dorit Jost. Und das findet reißend Absatz.

Pritzwalks Bürgermeister Wolfgang Brockmann ist mit mittelalterlichem Gefolge angereist. Schergen, Henker und öffentlich zur Schau gestellt im Käfig ein wahres Luder. Fremd sei sie gegangen mit fast der Hälfte des Magistrats. Dafür soll sie nun im Fegefeuer schmoren. Doch so einige Mannsbilder haben Mitleid mit ihr, wollen sie freikaufen oder noch besser „gleich eintauschen gegen das eigene Weib“, verrät der Amtsherr. Offensichtlich keine gute Idee – „denn Weiber teilen niemals“.

Für einen Flashmob sorgen die Eleven der Tanzschule „Quer durch die Gasse“. Durch die Bäckerstraße ging nichts mehr. Die Mädchen und Jungen verzauberten das Publikum, das wie gebannt teilweise sich im Rhythmus mitbewegte – sofern der Platz es zuließ. Derweil wurde auf dem Kirchplatz nach mittelalterlicher Manier gehandelt und gefeilscht, wobei die Käufer recht schnell bereit waren, die geforderten Taler zu zahlen. Rund 40 Händler ließ Junker Bernd Gellesch anrollen, doppelt so viele hätten um Einlass gebeten, berichtet er. Diejenigen, denen er gewährt wurde, zeigten sich mit dem Geschäft sehr zufrieden. „Bereits Freitagabend rollte der Gulden. Gutes Essen und Trinken gehen immer.“


 

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