Förderverein Biosphärenreservat : Altes Obst ganz neu betrachtet

Gewinnen aus vielerlei Gründen an Zuspruch: alte Obstsorten.
Gewinnen aus vielerlei Gründen an Zuspruch: alte Obstsorten.

Förderverein des Biosphärenreservats möchte Verarbeitung und Vermarktung anschieben, um historische Sorten auf lange Sicht zu erhalten

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09. Juni 2015, 12:00 Uhr

Alte Obstbaumbestände, die man in der Prignitzer Elbtalaue noch in guter Vielfalt findet, können auf lange Sicht nur erhalten bleiben, wenn die Früchte auch vermarktet, verwertet und verarbeitet werden. Aus dieser Erkenntnis und aus dem Wunsch, die alten Sorten noch lange leben zu lassen, speist sich ein Förderprojekt, das seit August vergangenen Jahres läuft. Finanziert wird es aus dem europäischen Leaderprogramm. Den Hut dafür hat der Förderverein Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg e. V. auf.

Weil noch einmal Fördermittel frei wurden, kann das Projekt nun ein ganzes Jahr lang – bis 31. August – und nicht, wie ursprünglich geplant, nur bis Ende März dieses Jahres laufen. „Darüber sind wir sehr froh“, sagt Silke Last vom Förderverein in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Federführend betreut Asta von Oppen, Regionalentwicklerin im benachbarten Wendland, das Projekt.

Trotz der noch guten Vielfalt sind auch die Bestände in der Prignitz gefährdet, beispielsweise durch Überalterung, mangelnde Pflege oder Baumaßnahmen. Oft gibt es zudem keinen Anreiz für Erhalt und Pflege alter Obstbäume, weil eben der wirtschaftliche Nutzen fehlt. In den vergangenen Jahren stieg andererseits die Nachfrage nach regional erzeugten Streuobstprodukten. Verbraucher legen zunehmend Wert auf Regionalität, stellt der Förderverein der Biosphäre fest. Zudem wachse das Interesse der Menschen, wieder selbst zu gärtnern, einhergehend mit der Rückbesinnung auf den Wert alter Sorten, wie Geschmacksvielfalt, gutes Aroma und geringe Krankheitsanfälligkeit.

Die Elbtalaue zeichnet sich auf brandenburgischer Seite übrigens durch eine besonders große Vielfalt an Birnen aus, wenn man es z. B. mit dem Wendland vergleicht, die zudem nur vereinzelt vom Birnengitterrost befallen sind. Und in der Lenzer Wische gibt es richtig große, alte Bäume – u. a. einen rund 150 Jahre alten Apfelbaum der seltenen Sorte „Napoleon“. Der Landeigentümer habe erlaubt, dass Reiser für die Nachzucht geschnitten werden dürfen, so Silke Last.

Um interessante und nachahmenswerte Ansätze in der regionalen Obstverarbeitung geht es in einer Veranstaltung des Fördervereins am 21. Juni in Boberow.

Wer Obst verkaufen, verarbeiten oder vermarkten, eine Baumpatenschaft übernehmen möchte oder eine Wiese sucht, auf der man Obst sammeln kann, darf sich gern an Asta von Oppen (siehe Info-Kasten) wenden. Das gilt ebenso für Eigentümer/Pächter von Obstbäumen, Akteure in den Bereichen Verarbeitung und Vermarktung sowie interessierte Einzelpersonen oder Gruppen.  

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