Alter Lack auf Hochglanz poliert

<strong>Stöbern auf</strong> dem Teilemarkt.
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Stöbern auf dem Teilemarkt.

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11. Juli 2010, 07:37 Uhr

Perleberg | Wenn am Radarhügel auf dem ehemaligen Perleberger Militärflugplatz das Chrom blitzt und die Motoren dröhnen, ist klar: Die Oldtimer-Freunde haben wieder zum Treffen eingeladen. Zum inzwischen 12. Mal bevölkern Fans nos talgischer Fahrzeuge das Gelände am Flugplatz und zeigen Veteranen der Straße aus vergangenen Zeiten.

"Es ist toll, wie viele Oldtimer-Fans in diesem Jahr wieder unserer Einladung gefolgt sind", sagt Norbert Schreib von den Oldtimer-Freunden Perleberg. "Und dass trotz der Hitze - wenn es nach uns ginge, dürften es gerne zehn Grad weniger sein - auch viele Besucher gekommen sind, zeigt, dass das Treffen auch von den Prignitzern als feste Größe im Veranstaltungskalender angenommen ist."

Rund 200 Fahrzeuge sind in diesem Jahr zu besichtigen, und "dabei ist die grüne Technik, also Militär-Lkw und Panzer, noch nicht eingerechnet", so Schreib. Interessant sei, dass in diesem Jahr sehr viele Vorkriegsfahrzeuge zu sehen seien. Dafür gäbe es etwas weniger DDR-Technik wie MZ, Trabant und Wartburg. "Ein toller Mix, wir sind eben für alles offen, nur mindestens 30 Jahre alt sollten die Exponate schon sein", sagt Schreib.

Dass das Konzept aufgeht, zeigen die Reaktionen der Besucher. "Die Anlage hier ist perfekt für so ein Treffen geeignet", sagt Wilfried Niebel von der Harzer Bikerschmiede in Zilly. Er und seine Kameraden sind mit einem der größten Motorräder der Welt angereist. Angetrieben von einem V8-Motor mit 105 PS aus einem Tatra 603 mutet das 800-Kilogramm-Krad wie ein Monster aus der Urzeit an. Wie einfallsreich die Harzer bei ihrer Konstruktion sind, zeigt ein Blick in die Bauhistorie: Rahmen aus alten Rohren der örtlichen Schweinemast, Räder vom Klein-Lkw Framo und als Batteriekasten die "Brotbüchse von unsere Omma". "Das Interesse der Leute ist groß, und auch wir gucken, was die anderen so ausstellen", sagt Niebel.

Wem das riesige Motorrad immer noch zu klein ist, der findet beim Ritt auf einem NVA-Schützenpanzer über das staubige Gelände der Oldtimerfreunde sicher den passenden Nervenkitzel. Vor allem die Männer hören interessiert zu, wenn die Hobby-Panzerfahrer ihre Technik erläutern und die eine oder andere Anekdote aus NVA-Zeiten zum Besten geben.

So wird über das gemeinsame Hobby gefachsimpelt oder auf dem großen Teilemarkt nach dem Stück gesucht, das vielleicht noch nicht als Reserve in der heimischen Garage liegt. "Es ist schon fast krankhaft, wie man die begehrten Teile hamstert, fast wie zu DDR-Zeiten", sagt Thomas Ernst und muss lachen. Mit seinem Trabant 601 sind er und Frau aus Greifswald gekommen und genießen das schöne Wetter im Klappstuhl hinter ihrem Trabi. "Die weite Fahrt hat sich gelohnt, hier kommen wir bestimmt wieder her." Ein Satz, der von vielen Teilnehmern zu hören war.

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