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Wir in Mankmuß : Alte Schule zum Bistro aufgemöbelt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Seit Mai 2008 bereichert Anja Noll die Tourismusszene im ländlichen Raum

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 12:00 Uhr

„Ich wollte unbedingt schon den Herrentag im Mai 2008 mitnehmen. Innen war alles noch eine Baustelle. Ich habe total stolperig angefangen“, erinnert sich Anja Noll schmunzelnd. Das war vor knapp acht Jahren. Seit dem bewegte die engagierte Frau einiges. Denn das, was sie da beschreibt, sind die Anfänge ihres Bistros „Alte Schule“ in Mankmuß. Und der Name kommt nicht von ungefähr. Das Gebäude beherbergte bis 1959/1960 die Schüler aus Mankmuß. Die Lehrer wohnten in der für sie eigens dazugehörigen Wohnung.

Nach dem quirligen Schüler-Leben in dem um 1800 erbauten Haus zogen der Konsum, der Jugendclub oder der Frisör ein. Und die Wohnung war immer vermietet. Das Gebäude gehörte der Gemeinde – zuerst Mankmuß und seit dem Zusammenschluss Ende 2003 dann der Gemeinde Karstädt. „Als der letzte Mieter verstorben war, stand das Gebäude zum Verkauf“, sagt Anja Noll. Die Hamburgerin war mit ihrem Mann, der aus Berlin stammt, schon 1991 nach Mankmuß gekommen, hatten ein anderes Haus erworben und saniert. „Die Gemeinde hatte Anstrengungen unternommen, was mit dem Gebäude passieren kann. Wir fanden das Haus und das Grundstück schon immer toll“, schwärmt die Hamburgerin noch heute. „Wir sind eher durch Zufall in Mankmuß gelandet und irgendwie in der Mitte zwischen Berlin und Hamburg kleben geblieben.“ Sie bauten ihre Immobilienfirma auf und mit dem Erwerb der alten Schule stiegen sie in den Tourismus ein. Anja Noll engagierte sich zu Beginn ihrer Mankmußer Zeit bei den Landfrauen, die in einem alten aufgemöbelten Stall ihren Treffpunkt hatten und später nach Blüthen ins Prignitzer Dorfmuseum zogen. Zu ihrer Zeit bei den Landfrauen reift bei Anja Noll der Gedanke, dass man in Mankmuß im Tourismus aktiv werden kann. „Es gibt hier in der Gegend wenig Möglichkeiten für Radfahrer. Ich hatte aber von Anfang an ein Gesamtkonzept“, sagt Anja Noll und erklärt: „Ein Bistro für einen kurzen Halt, einmal im Monat Veranstaltungen wie Lesungen, kleine Konzerte und einmal im Jahr ein Highlight.“

Es verging viel Zeit und Anstrengung. Anfangs nur Café-Betrieb, es folgte die Erweiterung auf Speisen. Inzwischen ist man so gut aufgestellt, dass private Feierlichkeiten bis 30 Personen zum Geschäft gehören. „Wir hatten auch schon mal eine Hochzeitsgesellschaft mit 100 Personen“, sagt Anja Noll nicht ohne Stolz. Und stolz ist sie auf das bisher Erreichte. Schritt für Schritt ging es vorwärts. Das Gebäude musste total saniert werden. Vor zwei Jahren fiel der Startschuss: Heizung, Wasser, Abwasser. „Ich habe davor immer noch die Kohlen geschleppt. Eine Zentralheizung ist etwas wunderbares.“ Mittlerweile wohnt das Paar auch in dem Haus und es entstand zudem eine kleine Ferienwohnung. Die meisten Gäste kommen aus der Prignitz, aber auch Parchim, dem Wendland oder Berlin. Radfahrer, die das Rustikale lieben, können im Pavillon unter freiem Himmel schlafen. Und Nolls sind noch nicht fertig, Der Hof soll irgendwann auch noch gepflastert werden. Doch eines liegt Anja Noll noch viel mehr auf der Seele. „Wir sind hier in der ländlichen Region. Es gibt schon eine gute Zusammenarbeit mit anderen Gastronomen. Aber das könnte viel besser laufen. Wir dürfen uns nicht als Konkurrenten verstehen, sondern als Miteinander, damit wir den Tourismus weiter in der Prignitz ankurbeln.“

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