Neue Expositionen geplant : Alte Gutsmode neu präsentiert

Professor Bernhard von Barsewisch zeigt einen Brautschleier aus polnischer Spitze von 1790, den Olga von Strzemjn-Budczinski von ihrer Mutter erbte. Deren Urenkelin war die Patentante des Professors. So kam das edle Stück in seinen Besitz.  Fotos: Paula Hecht (2)
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Professor Bernhard von Barsewisch zeigt einen Brautschleier aus polnischer Spitze von 1790, den Olga von Strzemjn-Budczinski von ihrer Mutter erbte. Deren Urenkelin war die Patentante des Professors. So kam das edle Stück in seinen Besitz. Fotos: Paula Hecht (2)

Für das Schlossmuseum Wolfshagen werden derzeit zwei spannende Ausstellungen vorbereitet / Erwachsene und Kinder kommen auf ihre Kosten

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21. März 2015, 12:00 Uhr

Seit dem 1. März hat das Schlossmuseum in Wolfshagen wieder die gewohnte Sommeröffnungszeit, also montags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. Und das Osterfest steht auch vor der Tür. Eine gute Gelegenheit, dem ehemaligen Herrensitz derer zu Putlitz einen Besuch abzustatten. Zumal noch bis zum 6. April die Ausstellung mit Ölbildern von Regine Wolff unter dem Titel „An keinem wie an einer Heimat hängen“ zu sehen ist.

Gleich nach Ostern, ab dem 10. April, zeigt ein weiterer Künstler seine Bilder. Es ist Ulrich Gorsboth aus Friedrichsbrunn, der sich der abstrakten Malerei widmet. Die Exposition wird an diesem Tag um 16 Uhr eröffnet.


Großmutter Luise hob auch Bizarres auf


Professor Bernhard von Barsewisch, Vorsitzender des Fördervereins Schlossmuseum Wolfshagen, richtet seinen Blick aber schon etwas weiter in die Zukunft. Derzeit ist er dabei, eine neue Ausstellung vorzubereiten. „Meine Großmutter Luise von Barsewisch hat unendlich viele Dinge aufgehoben, auch ganz bizarre Stücke“, beschreibt der Professor seinen Fundus an Textilien aus der Gutszeit.

Längst nicht alle können gezeigt werden, dafür reicht der Platz nicht. Also wird derzeit sortiert. Hilfe erhält der Professor dabei nicht nur von seiner Schwester Mechthild Becker, sondern auch von Josefine Edle von Krepl aus dem benachbarten Kuhbier. Die Mode-Kennerin und leidenschaftliche Sammlerin hilft nicht nur bei der Auswahl, sondern auch bei der fachkundigen Reinigung einiger Stücke, erzählt Professor von Barsewisch.

Damit die guten und vor allem seltenen Exponate auch entsprechend ausgestellt werden können, hat er sich zu seinem bevorstehenden 80. Geburtstag Zustiftungen für die Ausstellungstechnik gewünscht. Mit einem Tischler und Restaurator ist er bereits in Kontakt getreten, „denn ein Aussteuerschrank meiner Mutter wird zu einem Museumsmöbel für Textilien umgebaut, ein weiteres Möbelstück mit extra vielen Schubläden, die mit Glas abgedeckt sind, wird gebaut“, erklärt von Barsewisch.

Dort hinein kommen dann Tischwäsche aus feinstem Damast, Spitzentücher und
-schleier, Seidenbänder, Kaschmirschals, Hauben und vieles mehr, was man zu Gutszeiten so trug oder im Haushalt benötigte. Teilweise stammen die Stücke schon aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Der Ausstellungsraum dafür steht ebenfalls bereits fest. Es ist der, in dem zuvor Fundstücke aus dem Seddiner Königsgrab zu sehen waren. „Die vom Museum für Ur- und Frühgeschichte nach Wolfshagen ausgeliehenen Repliken sind nach Berlin zurückberufen worden, wo sie nun im Neuen Museum gezeigt werden“, so der Professor.

Und auf noch eine Neuheit dürfen sich die Schlossbesucher freuen, vor allem die Kinder. „Wir bekommen aus Perleberg von Familie Petrick eine Sammlung von erzgebirgischen Spielzeugfiguren und Häusern, die einen Gutshof darstellen. Erdmuthe Petrick hat sie in Jahrzehnten zusammengetragen. Es gibt einen Gutshaus mit einem Park und einem Gemüsegarten, ein Taubenhaus, verschiedene Stallungen und viele Figuren von Menschen und Tieren“, beschreibt Bernhard von Barsewisch die Exponate. Das alles soll künftig unter einem Glassturz präsentiert werden. Mit gezielten Beleuchtungstasten können die Besucher dann einzelne Bezirke hervorheben und genauer betrachten.


Seddiner Verein stiftete Geld für Mini-Gutshof


Für diese Ausstellung wird der Souterrain-Raum des Schlosses genutzt, in dem bereits das Modell des Gutes Wolfshagen zu sehen ist. Übrigens, 2500 Euro für dieses Projekt stiftete der Seddiner Kulturverein Stepenitztal. Es war das Restkapital des Vereins, der sich leider im vorigen Jahr auflösen musste, weil sich keine Nachfolger für den Vorstand fanden. Das restliche Geld, so die ehemalige Vereins-Vorsitzende Marlene Lüdcke, soll nun im Wolfshagener Schloss-Museum einen guten Zweck erfüllen, und das tut es ganz sicher mit dem Spielzeug-Gutshof.

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