Feuerwehr Wittenberge : Alte Garde mischt noch immer mit

Der neue Wehrvorstand: Marcus Giese, Uwe Kämmrich, Chris Brandt, Kai Bleß und Sebastian Rozansky. Norbert Bories fehlt auf dem Bild.
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Der neue Wehrvorstand: Marcus Giese, Uwe Kämmrich, Chris Brandt, Kai Bleß und Sebastian Rozansky. Norbert Bories fehlt auf dem Bild.

Seniorenkameradschaft im Ehrenbuch der Stadt verewigt / Neuer Wehrvorstand gewählt

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02. März 2014, 22:00 Uhr

Zum alten Eisen gehören die 42 rüstigen Mitglieder der Seniorenkameradschaft der Wittenberger Feuerwehr noch lange nicht. Jedes Jahr kümmern sie sich um die Instandhaltung der Löschwasserbrunnen, leisten so einen wichtigen Beitrag zum Brandschutz in der Stadt, bringen ihre jahrelange Erfahrung als Deichläufer im Hochwasserschutz ein und verköstigen auf Stadtfesten und Feuerwehrfeiern die Gäste mit Erbsensuppe, Glühwein oder Knieperkohl. Kurzum: Sie halten den Aktiven den Rücken frei.


Zweites Fischbeck blieb der Stadt erspart


Dass die Senioren, wo immer es geht mit dabei sind, würdigte Bürgermeister Dr. Oliver Hermann am Freitag auf der Jahreshauptversammlung der Wittenberger Blauröcke mit dem Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt. „Die Arbeit der Senioren kann nicht hoch genug angerechnet werden, und wir können stolz sein, dass sie sich so viele Jahre für die Stadt und ihre Bürger einsetzen.“ In seiner Rede würdigte das Stadtoberhaupt aber auch die Arbeit der Aktiven und der Jugendwehr. „Ohne die Feuerwehr wäre Wittenberge im Juni 2013 wohl wortwörtlich untergegangen. Dass uns ein zweites Fischbeck erspart geblieben ist, dafür gebührt ihnen großer Dank.“ Schließlich sei die Zusammenarbeit mit den Partnerwehren, die die Kameraden in Einsatz und Ausbildung leben, ein Vorbild, an dem sich auch die Politik ein Beispiel nehmen könne, so Hermann.

„Wir haben uns bei der Gründung vor 20 Jahren extra nicht Alters- oder Ehrenabteilung, sondern Seniorenkameradschaft genannt, um damit klarzumachen, dass wir nicht nur Rentner in Uniform sind, sondern weiter mitmischen wollen“, sagt Seniorensprecher Heinz Horn. „Und ich glaube, das war der richtige Weg.“

In seinem Bericht für 2013 blickte Wehrführer Chris Brandt auf ein Jahr zurück, in dem das Hochwasser die Kameraden so stark forderte wie nie zuvor. „Insgesamt absolvierte die Feuerwehr Wittenberge 230 Einsätze. Davon waren 75 Brände, 94 technische Hilfeleistungen und 61 Sicherheitswachen. 1933 Stunden kamen so zusammen“, zitierte Brandt die Statistik. „Die 14 Tage des Hochwassers sind hier außen vor. In dieser Zeit leisteten die Kameraden unglaubliche 9000 Stunden zusätzlich.“ Unterstützt wurden die Wittenberger dabei auch von ihren Partnerwehren Elmshorn und Sonneberg. Für 91 Ausbildungsveranstaltungen brachten die Feuerwehrmänner und -frauen zusätzlich 3500 Stunden auf, die Jugendwehr leistete rund 2200 Stunden. Summa sumarum knapp 20 000 Stunden im Ehrenamt – eine Zahl, der alle anwesenden Gäste großen Respekt zollten.

Neben den Senioren ehrten die Blauröcke noch eine weitere Gruppe aus ihren Reihen: die Feuerwehrsportler. 2013 konnten sie zum zehnten Mal in Folge den Landesmeistertitel in der Wertungsgruppe B – die sie selbst scherzhaft mit betagt in Verbindung bringen – in die Elbestadt holen. Für diesen Erfolg wurden sie mit dem Ehrenabzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet und erhielten von der Stadt eine Uhr mit Widmung.


Neuer Vorstand, neue Technik


Auch 2014 stehen für die Wittenberger Feuerwehr Veränderungen an. Ab Mitte des Jahres soll mit der Umrüstung auf Digitalfunk und den notwendigen Lehrgängen begonnen werden, und auch im Fahrzeugpark tut sich etwas. „Die Stadtverwaltung hat Mittel für die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges bereitgestellt, das auch vom Land über das Programm der Stützpunktfeuerwehren gefördert wird“, sagte Chris Brandt, der nach Auszählung der Stimmen bei der turnusgemäßen Wahl auch künftig als Wehrführer die Geschicke der Truppe lenken wird. Zum Vorstand gehören Uwe Kämmrich und Kai Bleß als stellvertretende Wehrführer sowie Norbert Bories, Marcus Giese und Sebastian Rozansky als Zugführer. Gewählt wurden außerdem die Gruppenführer innerhalb der Züge.

Auszeichnungen:

Für treue Dienste:
20 Jahre: Jens Henneberg, Sebastian Rozansky, Hubert Wilhelm;
30 Jahre: Michael Peuler;
40 Jahre: Norbert Bories, Arnold Kolzer;
50 Jahre: Rolf Hoffmann;
60 Jahre: Hans Baumann, Klaus Dietz, Winfried Römer.

Für besonderes Engagement:
Sebastian Budtke, René Formella, Thomas Formella, Frank Zander, Nico Bromber, Julia Reinhold, David Schaller, Rolf Hoffmann, Wolfgang Schildt, Rene Grütze, Mario Brandt, Norbert Bories, Klaus Plog, Thomas Plog, Lena Kaffenberger.

Beförderungen:
Feuerwehrmann-Anwärter: Julius Tiepermann, Kevin Bethke;
Feuerwehrmann: Daniel Hecht, David Schaller;
Oberfeuerwehrmann: Domenik Weitzmann;
Hauptfeuerwehrmann: Thomas Formella;
Löschmeister: Christopher Krüger.

Lehrgänge:
Truppmann: Daniel Hecht, David Schaller;
Truppführer: Julia Reinhold, Daniel Ramm, Christian Kenzler.
 

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