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Der Prignitzer

16. Dezember 2017 | 21:48 Uhr

Alte Bäume und Parkplätze erhalten

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svz.de von
erstellt am 14.Aug.2013 | 06:36 Uhr

Perleberg | Im Frühjahr 2014 soll die Sanierung der Wittenberger Straße einschließlich Marienplatz bis zum Grahlplatz in Angriff genommen werden. Ein zweiter Bauabschnitt soll sich dann möglichst zeitnah anschließen. Das Gestaltungskonzept war ausgelegt. Nicht überall stieß es auf ungeteilte Gegenliebe. Anlieger des Marienplatzes kritisieren, dass die Straße, die bis dato als Einbahnstraße auf die Wittenberger mündet, dem Platz zugeschlagen werden soll und damit ein Parken hier entfalle. "Darüber werden wir an Ort und Stelle mit den Betroffenen heute sprechen", betont Bauamtsleiter Hagen Boddin.

An dem Gestaltungsprojekt insgesamt wolle man schon festhalten, aber nichts sei bereits in Beton gegossen. Die Möglichkeit, ein Parken für Anlieger hier zu gestatten, dass wolle man durchaus noch einmal prüfen. Auch die Möglichkeit mehr Grün auf dem Marienplatz - wie Anlieger, darunter auch Silvia Raddatz, fordern - wolle man nochmals diskutieren und abwägen. Geplant ist: der Platz in Mosaiksteinpflaster und Jungbäume in Pflanzscheiben. Der Vorschlag der Bürger: hier zusätzlich pflegeleichte Bodendecker. "Doch auch Bodendecker benötigen regelmäßiger Pflege", betont der Bauamtsleiter und verweist auf den Kreisel bzw. die Lindenstraße.

Schon jetzt kommt der Stadtbetriebshof kaum hinterher, um all das zu pflegen, was einst mal an Grün angepflanzt wurde. Davon dürften sich wohl auch die Teilnehmer des Workshop (Abgeordnete, Verwaltung, BIG-Städtebau, Planer) haben leiten lassen, als sie sich letztlich für die gepflastert Variante aussprachen. Das Gestaltungskonzept ist faktisch ein Gemeinschaftswerk. Im Vorfeld traf man sich, debattierte und wägte Möglichkeiten, Wünsche und Notwendigkeiten ab. Daran nahmen u. a. auch Hans-Peter Freimark und Jürgen Hennig, die zugleich auch der AG Stadtgestaltung angehören, teil.

Nachdem Silvia Raddatz nicht nur im Stadtentwicklungsausschuss ihre Vorbehalte äußerte, sondern auch in der AG, forderte jene die Verwaltung auf, mit den Bürgern das Gespräch zu suchen. Und die AG war selbst dabei, als Silvia Raddatz und weitere Bürger am Dienstag ins Bauamt eingeladen waren, um ihre Kritikpunkte anzusprechen.

Dabei geht es ihnen vor allem darum, möglichst alle Bäume in der Wittenberger Straße zu erhalten. Die Vorplanung, wie auch im Workshop debattiert, sieht hingegen vor, den Baumbestand durch Neupflanzungen zu ersetzen und so letztlich auch ein einheitliches Bild zu schaffen. Die Argumente: Derzeit gibt es hier sehr alte Linden und solche, die 1989 zum Stadtjubiläum gepflanzt wurden. Letztere hatten vom Pflanzgut her schon nicht die Qualität, wurden aber auch nicht fachgerecht gepflegt, so dass sie keinen Haupttrieb entwickelt haben, praktisch alles andere als schön und erhaltenswert sind. Zudem werde mit der Sanierung die eigentliche Straßenachse leicht verändert zugunsten der Gehwegbreite auf der Seite stadtauswärts. Damit rückt die Straße unmittelbar an die Bäume. Parken, Aufstellfläche für die Busse - das wäre auf der Seite stadteinwärts mit dem derzeitigen Baumbestand nicht möglich. Hier fand man so auch einen Konsens für den Bereich vom Marienplatz bis Höhe Caritas. Ob im hinteren Teil, sprich von Höhe Feldstraße bis zur Lenzener Straße, die alten Bäume stehen bleiben, das wolle man nochmals prüfen, so das Bauamt. Konsens auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Zumindest, was die erste Baumreihe betrifft. Die zweite allerdings, so die Vorstellung der betreffenden Anwohner, soll erhalten werden. Den Gehweg, der jetzt einer Allee gleich zwischen beiden Reihen verläuft, sollte hinter der zweiten Reihe direkt an die Häusern verlegt werden.

Auch in den beiden Seitenstraßen am Grahlplatz sollen die alten Bäume erhalten werden, so die Forderung der Bürger. Vorgesehen ist hier laut Vorplanung, ausgebaute Gehwege, die Fahrbahn in Betonsteinpflaster mit Parken in Fahrtrichtung sowie schräg angeordnete Parktaschen in Feldsteinpflaster auf der gegenüberliegenden, derzeit noch komplett unbefestigten Seite. Mit dem alten Baumbestand technisch aber überaus fragwürdig.

Alle Einwände wurden im Bauamt exakt protokolliert. Und wie weiter? "Wir prüfen und dann wird abgewogen. Dazu holen wir Vertreter der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, damit dürfte dann auch die AG Stadtgestaltung wieder vertreten sein, Umwelt-, Ordnungs- und Bauamt sowie die BIG-Städtebau mit im Boot sein", betont Hagen Boddin. Das solle Ende des Monats passieren. Dann werde die Planung vorangetrieben, mit Jahresbeginn 2014 wolle man in die Ausschreibung gehen und im Frühjahr mit dem ersten Bauabschnitt beginnen.

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