Alte Autos und Histörchen

<fettakgl>Bernd Dietrich (im Auto)</fettakgl> und Frank Streese brachten die Idee für die IFA-Ausstellung ein, setzten sie gemeinsam mit der Museumsleitung sowie  der Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritzwalk und Umgebung e. V. um. <foto>Birgit Hamann</foto>
Bernd Dietrich (im Auto) und Frank Streese brachten die Idee für die IFA-Ausstellung ein, setzten sie gemeinsam mit der Museumsleitung sowie der Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritzwalk und Umgebung e. V. um. Birgit Hamann

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18. März 2013, 10:05 Uhr

Pritzwalk | Eine neue Sonderausstellung wurde am Sonnabend im Pritzwalker Stadt- und Brauereimuseum eröffnet: "40 Jahre in Bewegung - IFA-Fahrzeuge". Die Schau zeigt ein Stück Alltagsgeschichte Pritzwalks zwischen 1949 und 1989 - wie sie sich so ähnlich fast überall in der ehemaligen DDR dargestellt hat. Trabant, Wartburg, Mopeds wie Simson und MZ stehen im Mittelpunkt. Für Besucher besonders interessant dürfte, neben den gezeigten Fahrzeugen, das Drumherum sein: historische Fotos aus den Vertragswerkstätten, Fahrzeugzubehör, Informationen zur Mobilität, zur Ersatzteilsituation und wie man früher überhaupt an einen eigenen fahrbaren Untersatz kam. Dem Betrachter, der diese Facetten der DDR-Geschichte selbst miterlebte, fallen sofort etliche Anekdoten und eigene Erinnerungen ein.

Die Idee für die Ausstellung hatten Frank Streese, Inhaber des VW-Autohauses in der Dömnitzstadt, und Bernd Dietrich, gelernter Karosseriebauer. Der Lindenberger (Gemeinde Groß Pankow) arbeitet momentan in seinem Beruf in Halle/Saale. Beide sind Mitglied im Verein der Perleberger Oldtimerfreunde, beide kennen sich seit dem ersten Oldtimertreffen, das Streeses vor 20 Jahren in Pritzwalk veranstalteten. "Dieses Jubiläum war letztlich auch der Anlass für uns, über eine solche Ausstellung nachzudenken", sagt Bernd Dietrich. Zu den beiden Männern mit dem großen Herzen für alte Fahrzeuge gesellte sich kurz vor Eröffnung der Schau noch ein dritter: der Wittenberger Designer und Architekt Jürgen Hannebauer. Er füllt passend zur IFA-Exposition die Galerieausstellung im Pritzwalker Museum u. a. mit Entwürfen aus seiner Zeit als Chefdesigner bei Simson. Hannebauer hatte aus der Zeitung von der Schau erfahren - sein Angebot wurde in Pritz walk kurzerhand in die Tat umgesetzt.

Dr. Wolfgang Simon, Vorsitzender der Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritzwalk und Umgebung e. V. , erinnerte in seiner Begrüßung an den am 25. Februar verstorbenen, langjährigen Museumsleiter Dr. Rolf Rehberg. "Es hätte ihn sicher sehr gefreut, hier heute dabei sein zu können", so Simon. Auch Rehbergs Weitsicht sei es zu verdanken, dass man das Museum räumlich so großzügig baute. Dadurch seien solche Ausstellungen überhaupt erst möglich.

Geplant sind für 2013 in den Räumlichkeiten auf dem Brauereigelände noch eine Kunst- und eine Handwerksausstellung. Avisiert sei zudem die Museumserweiterung in Richtung der angrenzenden, ehemaligen Tuchfabrik. Sie wird gerade entkernt, dann saniert und einer neuen Nutzung zugeführt.

Erweitert wird auch die IFA-Ausstellung, und zwar in den Räumlichkeiten des Autohauses Streese in Pritzwalk-Süd. Hier sind den ganzen April über neun weitere historische Fahrzeuge zu sehen. Die Schau im Museum läuft bis Mitte Juni.

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