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Wittenberge: Zukunftsstadt 2030 : Alt und Jung müssen sich finden

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Zukunftsstadt 2030: Der Wittenberger Jürgen Hannebauer stellt sein Generationenprojekt zur Neubelebung der Innenstadt vor

Der elbestädtische Architekt und Industriedesigner Jürgen Hannebauer beteiligt sich mit einem eigenen Projektkonzept an der Debatte, wie Wittenberge als Zukunftsstadt 2030 aussehen kann. Die Elbestadt ist seit 2015 gemeinsam mit Perleberg in diesem Bundeswettbewerb vertreten.

Wie lebt es sich 2030 in Wittenberge? Wovon wird das Leben bestimmt? Nach Abwanderung und Leerstand stellt sich oft das Problem, wie Innenstädte neu belebt werden können.

Das sind Fragen, die in den letzten Monaten in Workshops und ähnlichen Veranstaltungen Hiesige und Auswärtige gemeinsam unter verschiedensten Gesichtspunkten thematisierten, diskutierten und mit Visionen zu beantworten versuchten.

Während aber beispielsweise junge Leute aus dem Studiengang Transformationsdesign an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig im Februar hier mit etwas abstrakten Ideen in die Öffentlichkeit traten, wie Belebung von Hausbrachen durch spontane Kaffeetreffs oder mit Ein-Tages-Ausstellungen, stellt Hannebauer die Bevölkerungsstrukturen in Wittenberge in den Mittelpunkt. Er sagt: „Die Fragen sind doch, wie Alt und Jung zusammenfinden können. Was verbindet sie? Wo können sie gemeinsam ihren Interessen nachgehen?“ Der Titel des Projektes ist Programm: „Zwei Generationen – drei Aufgaben“, erläutert Hannebauer im Gespräch mit dem „Prignitzer“. Wichtigstes Anliegen müsse es sein, die junge und die ältere Generation zusammenzuführen, und das mit dem Effekt der Stadtbelebung.


Alt und Jung gemeinsam


Wie kann das konkret aussehen?

Hannebauer sagt: „Es gibt einige Jugendclubs und nicht wenige Seniorenvereine hier in der Stadt. Aber wo trifft sich Jung und Alt mit Begeisterung für eine gemeinsame Unternehmung?“ An solchen Möglichkeiten fehle es in der Stadt.

Sein Vorschlag: „Es muss ein Treffpunkt für mehrere Generationen entstehen mit drei verschiedenen Einrichtungen, die sich gegenseitig bereichern und wie drei tragende Säulen gegenseitig stützen“.

Als erste Aufgabe führt Hannebauer die Talentförderung an. „Wenn wir die Zukunft von Wittenberge sichern wollen, benötigen wir auch künftig kreative Fachleute. Von den ersten technischen Skizzen über das Computermodell bis zum Schrauben an Mopeds könnte das Freizeitangebot gehen. Ich stelle mir vor, dass Senioren, die aus technischen Berufen kommen – und davon gibt es in Wittenberge noch eine ganze Reihe – sich talentierter und interessierter junger Leute annehmen, ihnen den Spaß vermitteln, den technische Berufe mit sich bringen können.“


Neue Wohnformen


Den zweiten Schwerpunkt in seinem Konzept stellt Hannebauer unter die große Überschrift Senioren-WG. Er sagt, Jung und Alt werden nach wie vor zusammen in Wittenberge leben, wenn auch der Anteil der Senioren zunehmen wird. „Deshalb müssen wir für die Zukunft viel mehr Wohnformen entwickeln, die es Älteren nicht nur ermöglichen, im Zentrum der Stadt zu bleiben, sondern die auch die Weitergabe von Berufs- und Lebenserfahrungen fördern. Die Generation soll Freude am Gestalten mit der Jugend haben.


Erlebnisgastronomie


Als drittes schlägt Jürgen Hannebauer vor, eine Erlebnisgastronomie mit dem Schwerpunkt ökologische Ernährung, mit Kochkursen für Jung und Alt sowie mit dem Verkauf von Bioprodukten aus der Region als Generationencafé zu etablieren. Hannebauer greift auf sein berufliches Wirken als Designer zurück, wenn er vorschlägt, die Erlebnisgastronomie mit einer Schau abzurunden, die sich den Simson-Kleinrädern widmet. „Mit dieser interessanten Ausstellung, von der ersten Skizze bis zur Serieneinführung, wäre für jeden etwas dabei“, so Hannebauer.  

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erstellt am 20.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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