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Der Prignitzer

22. November 2017 | 17:54 Uhr

Als Komparse im Scheinwerferlicht

vom

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2012 | 05:23 Uhr

Wittenberge | Voraussichtlich Mitte August beginnen die Dreharbeiten zu dem Kinofilm "Lauf Junge lauf", schätzt Jan Böhme. Er nennt sich Komparsenbetreuer und agiert für die Agentur Filmgesichter. Etwa in einem dreiviertel Jahr - so lange dauert es in der Regel - werde der Streifen in die Kinos kommen. Doch hundertprozentig könne er das nicht sagen, vieles sei noch nicht bekannt. So auch nicht, wer der junge Hauptdarsteller ist - ein sieben bis neunjähriger Junge, um den sich die Gesichte rankt.

Der Streifen spielt in den 40er Jahren zur Zeit des 2. Weltkrieges in Polen. Der achtjährige Srulik flüchtet 1942 aus dem Warschauer Ghetto und schlägt sich verzweifelt durch. Es handelt sich hierbei um eine wahre Geschichte, basierend auf dem Bestseller von Uri Orlev und den Lebenserinnerung von Yoram Friedmann.

Entsprechend müssen die Komparsen aussehen, müssen optisch in die 40er Jahre passen. Gefärbte Haare - das gehe gar nicht, so Jan Böhme, der seit fünf Jahren als Komparsenbetreuer agiert und inzwischen schon ein Auge hat, wer sich für was eigne. Von Beruf ist der Potsdamer eigentlich Stuntmen, hat sich als mit der jetzigen Arbeit praktisch ein zweites Standbein geschaffen.

"Bitte den Zettel ausfüllen und dann machen wir noch ein Foto von Ihnen." Es läuft wie das Brezelbacken, einzig bei Josephine Steltenheim, der jungen Mediengestalterin, muss man etwas warten. Sie macht die Fotos nach denen die Produzenten dann die Komparsen auswählen.

Gerade lächelte Jenny Hoppe in die Kamerad. Sie studiert Landschaftsplanung in Berlin, kommt aber aus Blüthen. Wird sie genommen, dann ist es nicht der erste Dreh für die 27-Jährige. "Ich habe schon als Komparse bei der deutsche Ost-West-Komödie ,Kleinruppin forever’ mitgemacht. Damals war ich noch Schülerin", berichtet sie. Viel Spaß habe ihr die Arbeit am Set gemacht. "Als Studentin kann ich mir die Zeit noch einteilen, da will ich die Möglichkeit halt noch nutzen. Und etwas dazu zu verdienen ist ja auch nicht schlecht."

Millane ist zehn Jahre und die kleine Wittenbergerin will auch mal im Rampenlicht stehen. Was sie da erwartet, so recht wisse sie das nicht. "Vielleicht berühmte Schauspieler zu sehen. Ich bin gespannt". Gemeinsam mit ihrem Papa Detlef Ring war sie am Sonntag beim Casting. Auch für ihn war es das erste Mal und nun sind beide gespannt, ob sie denn genommen werden.

Per E-Mail erfuhren Hannelore und Siegfried Abraham von dem Casting auf der Ölmühle. "Wir haben schon oft als Komparsen gearbeitet, sind so erfasst und werden benachrichtigt", erläutert der Osterburger. Bei zwölf Produktionen hat Siegfried Abraham schon mitgemacht, kennt Heike Makatsch, Maria Furtwängler, hat im Film Crazy Race, der auch in Wittenberger gedreht wurde, als Komparse mitgewirkt. "Es macht mir einfach Spaß. Die Atmosphäre ist eine ganz besondere. Der Film, das ist schon einen andere Welt. Doch die Schauspieler, sind Menschen wie du und ich." Und Siegfried Abraham erzählt von Jan Josef Liefers, der trotz langem, anstrengenden Drehtag fürs Erinnerungsfoto noch seinen Hund holte.

Hannelore Abraham hatte gar schon eine kleine Sprechrolle. Im Film "Tango im Schnee" war sie die Blumenfrau und stand so an der Seite von Ursela Monn, Wolfgang Winkler und Peter Bongartz. "So etwas vergisst man nicht."

Anmeldungen sind auch noch im Internet unter www.filmgesichter.de möglich. Einfach auf "Anmeldung als Komparse" klicken.

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