KSTW-Chef geht in Ruhestand : Als Dienstleister für Bürger da sein

Hans-Jürgen Döllefeld geht in den Ruhestand.
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Hans-Jürgen Döllefeld geht in den Ruhestand.

Der „Prignitzer“ sprach mit Hans-Jürgen Döllefeld / Der Chef des Kultur- und Tourismusbetriebes geht heute in den Ruhestand

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16. August 2016, 10:00 Uhr

Heute ist Hans-Jürgen Döllefeld das letzte Mal zur Arbeit gegangen. Der Leiter des Kultur-, Sport- und Tourismusbetriebes (KSTW) verabschiedet sich nach 26 Jahren bei der Kommune – davon neun Jahre als Chef des Eigenbetriebs – in den Ruhestand. Für den „Prignitzer“ sprach Barbara Haak mit dem studierten Landtechniker über Vergangenes, Heutiges und Zukünftiges.

Was macht Arbeit im KSTW aus?

Hans-Jürgen Döllefeld: Es ist ein eigenständiges Arbeiten, denn der KSTW ist ja ein städtischer Eigenbetrieb. Man ist frei in seinen Entscheidungen und trägt zugleich eine hohe Verantwortung als Dienstleister. Denn als solchen verstehe ich den Kultur-, Sport- und Tourismusbetrieb. Der Name ist Programm. Zu unserem Eigenbetrieb gehören die Prignitzer Badewelt, das Stadtmuseum, die Bibliothek, die Touristinformation, das Kultur- und Festspielhaus. Aus dieser Aufzählung ergibt sich schon, wie vielschichtig unsere Arbeit ist.

Können Sie das an ein, zwei Beispielen verdeutlichen?

Nehmen wir die Bibliothek. Sie hat, wie das Museum, auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Ein Schwerpunkt dort ist damit die Leseförderung.

Der Tourismus setzt, um ein anderes Beispiel heraus zu greifen, völlig andere Schwerpunkte. Leute hierher in die Stadt zu holen, ihnen Interessantes, Spezielles anzubieten, damit sie hier ihr Geld lassen, ist in dem Bereich ein großes Thema. So hat jeder Bereich seine Spezifika, die in unserem Eigenbetrieb unter einen Hut zu bringen sind.

Apropos Geld: Sie sprechen von eigenständigem Arbeiten, vom freien Entscheiden, aber Kunst und Kultur sind nicht zum Null-Tarif zu haben.

Das ist richtig. Wir sind finanziell von der Stadt abhängig, können damit auch nur in gewissem Maße selbst Geld für Investitionen ansparen. Aber man muss auch sagen, dass Bibliothek, Stadion, Kulturhaus, Schwimmhalle und Bibliothek für ein Mittelzentrum wie Wittenberge es ist, unverzichtbar sind. Dem haben die Abgeordneten und Fördermittelgeber in den letzten Jahren auch immer Rechnung getragen, sind ihrer Verantwortung für diese sogenannten weichen Standortfaktoren nachgekommen.

Bereits Ende der 90er Jahre konnten wir das Kulturhaus von Grund auf sanieren. Die Schwimmhalle wurde erweitert und zum Sport- und Spaßbad umgebaut. Die Alte Burg als Heimstatt unseres Museums ist ebenfalls saniert, erhielt in dem Zusammenhang auch einen Aufzug.

Und noch einmal zurück zur Schwimmhalle. Wir als Kommune geben jährlich einen erheblichen Betrag aus, um die Einrichtung zu unterhalten. Was wäre aber ohne sie? Dann könnten beispielsweise die Grundschüler aus dem Landkreis hier nicht ihren obligatorischen Schwimmunterricht erhalten. Das ist Verantwortung, die wir als Mittelzentrum wahrnehmen.

Was ist Ihnen aus den letzten Jahren besonders in Erinnerung geblieben?

Es war und ist immer ein Ereignis, wenn wir Sanierungen abschließen konnten bzw. können. So etwas bleibt in Erinnerung. Wie mir auch die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen sehr wichtig war. Wichtig war mir immer, dass sie trotz Arbeitsbelastung zufrieden sind. Und das Arbeitspensum bei uns ist hoch. Der KSTW meistert seine Aufgaben in allen Einrichtungen mit nur 21 Mitarbeitern und 15 Pauschalkräften.

Eine Ausnahme bildet die Prignitzer Badewelt, die wir zur Bewirtschaftung an die Bäder GmbH als Betriebsführer übergeben haben.

Was hätten Sie als KSTW-Chef gern noch auf die Reihe gebracht?

Die Sanierung des Kulturhauses liegt jetzt 17 Jahre zurück. Damit ist klar, es sind wieder einige Arbeiten fällig. Ob ich oder mein Nachfolger sie auf die Reihe bringen, ist nicht das Entscheidende. Wichtig ist, dass sie in Angriff genommen werden. 80  000 Euro konnten wir als KSTW in diesem Jahr in die Wärmerückgewinnungsanlage investieren.

Aber auch der Bühnenboden müsste saniert werden. Im Ernst-Thälmann-Stadion bereitet uns die Tartanbahn große Sorgen. Sie ist nicht mehr zu reparieren. Wir benötigen einen Neubau. Das hätten wir gern noch in diesem Jahr auf die Reihe gebracht. Es war aber nicht zu finanzieren.

In der Prignitzer Badewelt wird jetzt eine neue Lüftungsanlage eingebaut. Für das nächste Jahr ist die Erneuerung der Folienkissen im Dach vorgesehen.

Was geben Sie Ihrem Nachfolger Uwe Neumann mit auf den Weg?

Dass es wichtig ist, seine eigenen Vorstellungen und Ideen einzubringen, dass die kollegiale Zusammenarbeit bedeutsam ist, dass man immer für die Anliegen der Bürger da ist und, dass man vertrauensvoll mit den Kommunalpolitikern zusammen wirkt.

                          Wir danken.

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