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Bombensprengung bei Breese : Alpakas mussten umziehen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Züchter Dietmar Krempner holte seine Tiere von der Koppel im Sperrkreis / An die Sprengung 2016 hat er keine guten Erinnerungen

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erstellt am 24.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Nicht nur für die menschlichen Bewohner Breeses war die Bombensprengung eine Ausnahmesituation. Auch für die 19 Alpakas von Dietmar Krempner bedeutete die Entschärfung eine große Belastung. „Wir haben die Tiere am Mittwochabend zusammengeholt“, sagt Dietmar Krempner.

Denn die 1,2 Hektar große Koppel mitsamt dem Stallgebäude im Kiefernweg lagen im Herzen der 1000-Meter-Sperrzone. „Es sind nur knapp 250 Meter bis zu dem Areal, auf dem sich die Bomben befinden“, sagt Krempner am Mittwoch und zeigt in Richtung der Perleberger Chaussee. Gemeinsam mit seinem Sohn holte er die zehn Stuten und drei Fohlen vom Kiefernweg zu sich in die Leinstraße. „Hier haben wir noch sechs Hengste. Die werden wir durch Zäune von den teils trächtigen Stuten und den Jungtieren trennen.“ Der Züchter hoffte, dass seine Schützlinge den Tag gut überstehen. In den Stall würden die Tiere aber nicht kommen. „Dort würden sie noch mehr in Panik geraten und sich gegenseitig treten und verletzen. Also lassen wir sie auf der Weide.“

An die Sprengung im vergangenen Jahr hat er keine guten Erinnerungen. „Ein fünf Monate altes Fohlen hatte einen Hörsturz. Wir haben es dann noch in Leipzig behandeln lassen. Aber anderthalb Monate nach den Sprengungen ist es leider gestorben.“ Klar sei, dass das Jungtier an den Folgen des Hörsturzes starb, es fraß nicht mehr. „Gemeldet habe ich das nicht beim Amt. Man bekommt sowieso keine Hilfe“, winkt er ab. Gestern erklärte Dietmar Krempner auf Nachfrage, dass seine Tiere die Bombenentschärfung gut überstanden hätten. „Es ist alles in Ordnung bei den Tieren. Am Stall und der Koppel gibt es keine Schäden.“


Zwei mal zwei Bomben zusammen gesprengt


18 Bomben, aber nur 16 Explosionen: Wie kann das sein?, fragten sich einige Leser gestern, die bei uns in der Redaktion anriefen. Wenn zwei Bomben zusammen zur Explosion gebracht wurden, müssten es eigentlich 17 Detonationen gewesen sein. „Es wurden zwei mal zwei Bomben für die Sprengung gekoppelt. Sie lagen jeweils sehr dicht beieinander“, erklärte gestern Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg auf „Prignitzer“-Nachfrage.

Schäden nach der Sprengung wurden bis gestern Nachmittag nicht im Amt Bad Wilsnack/Weisen gemeldet. „Wir sind guter Dinge, dass es so bleibt“, sagte Ordnungsamtsleiter Gerald Neu. Er berichtete, dass die Sprengungen noch deutlich in Bad Wilsnack oder auch Bälow zu hören gewesen seien. „Mit dem Wetter hatten wir Glück. Der Sturm setzte erst gegen Abend ein und das Tauwetter ist für die kommenden Tage angekündigt. Es wäre vielleicht problematisch gewesen, wenn die Stepenitz Hochwasser geführt hätte“, so Neu. Breeses Bürgermeister Werner Steiner zeigte sich erleichtert. „Wir sind eine große Last losgeworden. Nun kann der Deichbau beginnen.“ 

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