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Christine und die Wildgänse : Alltag mit Panik-Peter und Principessa

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Aus eins mach’ fünf: Nach der Aufzucht von Graugans Elma haben Christine Schumacher und Enrico Rust jetzt fünf gefiederte „Kinder“

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erstellt am 27.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Erinnern Sie sich noch an unsere Geschichte von vor gut zwei Jahren? Seinerzeit berichteten wir im „Prignitzer“, dass Christine Schumacher und Enrico Rust aus Seedorf ein verletztes Graugans-Küken aufzogen. Elma wurde zum Familienmitglied, hatte sogar ihre eigene Facebook-Seite, gesellte sich dann aber – nachdem sie zunächst nicht aus ihrer Kinderstube weg wollte – doch zu ihresgleichen. Im Herbst 2014 brachte die Dame einen Freund mit nach Hause, einen stattlichen Ganter. Weitere Abenteuer folgten, bis Elma im Juni 2015 ausgewildert wurde, in der mecklenburgischen Elbtalaue, zirka 18 Kilometer entfernt. „Ein tränenreicher Abschied“, erinnert sich Christine Schumacher. Die Seedorfer dachten positiv – ihre Graugans wird das schon meistern …

Im Februar dieses Jahres rief die Milchbäuerin aus dem Dorf an und berichtete, dass sie jeden Abend ein Graugans Pärchen am Seedorfer Löcknitzufer beobachtet, eines der beiden Tiere sei zudem ohne jede Scheu. Andere Dorfbewohner berichteten Ähnliches – Christine Schumacher und ihr Partner machten sich in der Abenddämmerung auf den Weg. Und fanden Elma. „Ich erkannte mein ,Kind’ sofort“, so die Gastronomin, die in Familie Café und Pension Löcknitzterrasse bewirtschaftet.

„Tagebuch einer Gänsemutti 2.0“

„Unfassbar, sie hat angefangen, ein Nest zu bauen, und das fast direkt vor unserer Tür. Schräg gegenüber an der Spitze eines Eckgrundstücks, wo die alte Elde auf die Löcknitz trifft“, schreibt Christine Schumacher in ihrem Manuskript „Tagebuch einer Gänsemutti 2.0“. „Daraus würde ich gern ein Kinderbuch machen“, erwähnt die Seedorferin am Rande.

Die Grundstücksbesitzer verbrachten Ostern in Seedorf und erzählten aufgeregt, dass fünf Eier im Nest lägen, Elma aber nirgends zu sehen sei. Möglicherweise wurde sie von Nutrias gestört. Nach fünf Tagen ohne Brutvogel auf dem Nest beschloss die Familie, die Eier zu holen und auszubrüten. Klingt einfach, ist aber schwierig, wenn man ohne jede Erfahrung an ein solches Unterfangen geht. „Vor allem wussten wir ja auch gar nicht, ob da überhaupt Leben in den Gänseeiern entsteht.“ Christine Schumacher und Familie haben sich belesen – und schafften es tatsächlich, dass Ende April fünf Gänseküken gesund und munter zur Welt kamen.

Fortan halten die fünf Winzlinge ihre Eltern, Großeltern… wie auch immer, ziemlich auf Trab. Ein fröhliches Tschiepen erfüllt seither das Gelände. Wenn die Gössel Auslauf haben, ist Action angesagt auf dem Areal. Jedes Gänsekind entwickelt relativ schnell seine eigene Persönlichkeit: der Rabauke mit seinem Fressneid, der Panik-Peter, der gern zwölf Stunden am Zaun steht und nach seiner „Mutti“ schreit, der Entspannte, der ganz nach Elma kommt, der Nestflüchter, auf den man stets ein besonderes Auge haben muss, die Principessa, sie will stets kuscheln und schläft gern.

Für Christine Schumacher, Enrico Rust und dessen Eltern eine anstrengende, zugleich aber auch schöne und einzigartige Zeit. Anstrengend, weil „nebenbei“ ja auch noch Café und Pension nebst Festscheune im Ganzjahresbetrieb laufen müssen. „Es hat sich alles äußerst positiv entwickelt“, resümiert Christine Schumacher zufrieden kürzlich und schaut versonnen auf ihre „Kinderschar“.

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