Wittenberge : „Alles war voller Staub und Dreck“

Auch Giebel der Nachbarhäuser in der Burgstraße wurden in Mitleidenschaft gezogen.
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Auch Giebel der Nachbarhäuser in der Burgstraße wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Scheinbar ohne ein Anzeichen fällt eine 300 jahre alte Scheune in Wittenberge plötzlich in sich zusammen. Der Eigentümer ist wohl auf. Michael Czajkowski erlebte den Einsturz der Scheune als Nachbar mit. Der Landkreis bewertet die Situation fachlich.

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11. August 2016, 14:32 Uhr

Dort, wo am Mittwoch Hinter den Planken bis kurz nach 20 Uhr noch eine Scheune stand, liegt jetzt ein großer Trümmerhaufen. Mauersteine, Dachziegel, Holzbalken liegen wild durcheinander, sind vermischt mit Gerätschaften, die in dem Gebäude standen. Am Mittwoch gegen 20.30 Uhr stürzte es ein, denn um 20.39 Uhr lief der Alarm bei der Wittenberger Feuerwehr auf, die gerade am Gerätehaus ihren Trainingsabend abhielt. Die Kameraden rückten aus.

Eigentümer des Grundstückes, das von der Burgstraße 9 bis Hinter die Planken reicht, ist Wolfgang Otte. Befürchtungen, er könne unter den Trümmern begraben sein, bewahrheiteten sich zum Glück nicht. „Ich war in der Stadt unterwegs, habe von dem Einsturz gar nichts mitbekommen und natürlich auch nicht damit gerechnet, dass so etwas passieren könnte“, sagte er gestern dem „Prignitzer“. Hautnah oder besser wandnah hat Michael Czajkowski aus dem Nachbarhaus den Einsturz erlebt. „Ich saß oben im Wohnzimmer, als es anfing  zu poltern. Erst hörte es sich an, als wenn ein Lkw Steine ablädt. Dann wurde es immer lauter. Zum Schluss war es ein Höllenlärm“, erzählt der junge Mann, der mit Frau und Tochter in der Burgstraße 8 mit Blick auf  die Straße Hinter den Planken wohnt. „Draußen war alles voller Staub und Dreck. Es hat Minuten gedauert, bis sich alles gelegt hat, man sehen konnte, was passiert ist“, sagt der Familienvater. Und er sprich davon, „dass wir Glück im Unglück hatten“. Denn erst vor kurzem habe die Familie  auf dem Hof eine Schaukel für die Tochter angebracht. „Zum Glück war niemand von uns auf dem Hof, als die Scheune  einstürzte. Ein Brocken ist dicht bei der Schaukel  ’runtergekommen.“

Die Scheune stand in einer Reihe mit weiteren Wirtschaftsgebäuden. Mit Sorge betrachtet Czajkowski die Giebel links und rechts der Einsturzstelle. Sie sind teilweise ausgebrochen. „Es ist zu hoffen, dass nicht noch mehr passiert“, sagt er.

Das Wittenberger Ordnungsamt, das noch am Mittwochabend die Einsturzstelle absperrte, verweist darauf, dass die fachliche Bewertung und möglich Auflagen in der Verantwortung des Landkreises liegen. Gestern war die untere Bauaufsichtsbehörde des Kreises vor Ort. „Wir prüfen und beurteilen gegenwärtig die notwendigen Maßnahmen auch in Bezug auf die Nachbargebäude“, informierte dazu Mitarbeiter Thomas Möller. „Eine Ersatzvornahme aufgrund einer dringlichen Gefahr scheint gegenwärtig nicht gegeben.“

Auch Wolfgang Otte als Eigentümer macht sich so seine Gedanken, wie es weitergehen soll. Immer betont er, dass er keinesfalls mit dem Zusammenbrechen des Gebäudes rechnen konnte. „Das sah bis jetzt solide aus“, sagt der Mann. Und er erzählt, dass er das Grundstück mit dem Vorderhaus, in dem er und seine Frau wohnen, vor der Wende kaufte. Die Scheune nach hinten ’raus, also Hinter den Planken, sei früher eine Klempnerei gewesen mit  Schmiedefeuer. Er selbst habe das Gebäude nur noch  für Abstellzwecke genutzt.

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