Bau der A14 : Alles bereit für die Betonschicht

Holger Behrmann von der Deges (Warnjacke) erklärte den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses auf der Baustelle der A 14 bei Karstädt den Stand des Baufortschrittes.
Holger Behrmann von der Deges (Warnjacke) erklärte den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses auf der Baustelle der A 14 bei Karstädt den Stand des Baufortschrittes.

Ab Montag sollen die Arbeiten für die Oberschicht der A14 im Bereich Karstädt beginnen / Fertigstellung bis Dezember steht nichts im Wege

23-11368464_23-66107970_1416392388.JPG von
04. Juni 2015, 22:00 Uhr

Ein etwas anderes Fahrgefühl auf einer Autobahn erlebten am Dienstagabend die Mitglieder des Wirtschafts- und Bauausschusses des Kreistages. Mit 50 km/h und auf der Gegenfahrbahn fuhr ein Tross mit elf Pkw von Karstädt in Richtung Groß Warnow und das auf der Schotterpiste der im Bau befindlichen A14. Zum Nachahmen allerdings äußerst ungeeignet. Der Grund für diese Aktion: Diplom-Ingenieur Holger Behrmann von der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH), die für die Planung und den Bau der A14 im Bereich Brandenburg verantwortlich zeichnet, führte den Tross an und erklärte an markanten Haltepunkten den Baufortschritt der Autobahn.

Aus Richtung Perleberg kommend wurde die Auffahrt nach dem dritten Kreisverkehr auf die A14 genommen. „Der komplette schwere Erdbau ist fertiggestellt, jetzt kommt der entsprechende Oberbau“, erklärte Holger Behrmann. Die Fahrbahn besteht bereits aus einer Sand-, Frostschutz- und Zementschicht, darauf wurde schon die Schotterschicht aufgetragen. Und wenn alles nach Plan und Wetter (nicht zu heiß, nicht zu regnerisch) läuft, beginnt die beauftragte Baufirma am Montag mit dem Auftragen der Betonschicht. In den vergangenen Wochen wurde immer mehr das Material vor dem Betonmischwerk im erweiterten Teil des Karstädter Gewerbegebietes angefahren, die Hügel wuchsen zusehends. „Das Mischwerk ist bereit, die entsprechenden Maschinen vor Ort“, informierte Behrmann. Geplant ist, dass in den nächsten sechs Wochen die Betonschicht fertiggestellt ist. Man wird in zwei Abschnitten arbeiten. Von der Anschlussstelle Karstädt bis zur Löcknitzbrücke, dann wird man die Maschinen umsetzen und hinter der Löcknitzbrücke sich bis Groß Warnow vorarbeiten. Die Frage, warum man Beton und keinen Asphalt nehme, erklärte der Deges-Fachmann mit der Wirtschaftlichkeit. Im Bereich der Löcknitzbrücke wie auch in den Abschnitten der Kreisverkehre arbeitet man allerdings mit Asphalt, dort können die Betonmaschinen nicht eingesetzt werden.

Die Fahrbahn in beide Richtungen wird sieben Meter breit, der Mittelstreifen hat eine Breite von vier Metern. Hinzukommen jeweils Seitenstreifen. Wenn die Fahrbahn fertig gestellt ist, werden noch Bankette und Böschungen angelegt. Auch der Auftragnehmer für die Schutzplanken steht schon bereit.

Ein überaus markantes Brückenbauwerk über die A14 und die parallel verlaufende B5 ist die Grünspange bei Neu Pinnow. Gerade erst am Wochenende wurden die Fertigteile für die Brücke über die Bundesstraße eingesetzt. Diese große Grünbrücke dient dem Wildwechsel. Insgesamt gibt es in dem 11,5 Kilometer langen Autobahnabschnitt von Groß Warnow nach Karstädt vier Brückenbauten im Zuge der A14, acht Brückenbauwerke über die A14 (davon drei Faunabrücken), eine Brücke im Zuge der L13, eine Radwegebrücke über die Löcknitz. Insgesamt sind 1945 Meter Lärmschutzwälle vorgesehen. Im Zuge des Autobahn-Neubaus mussten Teilstrecken der B5, L13, L131, L133 und L134 umverlegt werden.

„Wir gehen davon aus, dass wir spätestens im Dezember die Autobahn ihrer Bestimmung übergeben können“, meinte der Deges-Fachmann.

Weniger erfreulich sieht er die Planungen der beiden weiteren Abschnitte in der Prignitz. Zum einen den Abschnitt von Karstädt nach Wittenberge und den von Wittenberge bis zur Elbquerung. Für das etwa zwei Kilometer lange Teilstück von Wittenberge bis zur Elbe rechnet er noch in diesem Jahr mit dem Planfeststellungsbeschluss. Allerdings geht die Deges dabei noch von möglichen Klagen aus. Vorgesehen ist dort eine Umverlegung der B189, fünf Brückenbauten im Zuge der A14, sechs Brückenbauten über die A14, 340 Meter Schutzwände und der Einsatz von offenporigem Asphalt als Lärmschutzmaßnahme.

Die größten Probleme wie Behrmann erläuterte, liegen bei der Trassenführung von Wittenberge nach Karstädt. Um Wittenberge herum müssen die Naturschutzgebiete erhalten bleiben. Aufgrund dessen käme man näher an die Ortsteile Bentwisch und Lindenberg ran. Möglich auch eine Trasse zwischen Lindenberg und Bentwisch („Der Prignitzer“ berichtete mehrfach). „Wir sind dabei, einen Kompromiss zu finden. Wir haben vor, den Planungsentwurf noch in diesem Jahr einzureichen“, informierte Holger Behrmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen