zur Navigation springen

Storchenfest in Rühstädt : Alles begann am Biertisch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rühstädt feiert Storchenfest und blickt auf die Anfänge der eigenen Erfolgsgeschichte um den Adebar zurück

von
erstellt am 30.Jul.2017 | 20:30 Uhr

Irgendwie sind Störche auch nur Menschen. Das wird jedem klar, der dem Storchenexperten Jürgen Herper bei der Führung durch das europäische Storchendorf am Sonnabend zuhört. „Wenn das Männchen schon da ist, sein Weibchen aber noch auf sich warten lässt, kommt es vor, dass sich der Mann eine andere sucht. Wenn dann die Frau dazukommt, gibt es natürlich Ärger“, berichtet er launig den Besuchern des Rühstädter Dorffestes, das ganz im Zeichen der Adebare steht.

Und Herper blickt bei dieser Gelegenheit auch zurück auf die Anfänge vor etwa 50 Jahren. „Damals entstand am Biertisch die Idee, noch mehr Nester für die Störche zu bauen. Das entwickelte sich dann immer weiter, bis sich nach der Wende der Storchenclub gründete. Man sieht: Am Biertisch hat man die besten Ideen“, sagt er schmunzelnd. Vereinzelter Applaus.

Bis 1996 lebten bis zu 44 Brutpaare in Rühstädt, heute sind es stabil um die 31. Ein anderer Wert, der Herper nicht euphorisch macht aber dennoch zufrieden stimmt: 38 Jungtiere sind in diesem Jahr durchgekommen und können Mitte August zum ersten Zug ansetzen. „Der Starkregen hat uns in diesem Jahr zugesetzt, da haben wir sieben Jungtiere verloren. Der Rest ist stark genug für die Reise, hoffe ich.“

Richtig eng ist es in dem kleinen Örtchen, überall am Straßenrand stehen Autos. Nahe des Besucherzentrums des Nabu machen einige Wohnmobile Station. Auch das von Monika und Zygmunt Golek aus Berlin. „Wir wussten von dem Fest nichts. Nun sind wir natürlich froh, dass wir das erleben können“, sagt Monika Golek. Seit 15 Jahren besuchen die beiden schon Rühstädt und die Region. Nahe der Feuerwehr können die Besucher den Ausblick über Rühstädt und die Umgebung genießen – per Arbeitsbühne. Die wird gesteuert von Jörg Dummer, der in jedem Jahr auch bei der Nesterinventur dabei ist. Erstmals wollen Iris und Siegmar Lehmann aus Berlin die Gelegenheit nutzen. „Wir sind extra für das Fest angereist. Davon gelesen haben wir im Brandenburger Ausflugsplaner“, erzählt Iris Lehmann, kurz bevor es nach oben geht. Sie sei froh, dass sie ihr Fernglas dabei habe.

Mit viel Aufwand haben der Storchenclub, die Biosphäre und die Menschen der umliegenden Orte das Storchenfest organisiert. Im Besucherzentrum wartet auf die Kleinen das Märchen „Die Regentrude“, wer nicht mehr zu Fuß gehen will, kann sich mit zwei PS (Shetland-Ponys) oder zwölf (ein bunt geschmückter, 60 Jahre alter Porsche-Traktor) fortbewegen.

Königlichen Besuch gibt es auch noch: Linn Gauda aus der Rühstädter Partnerstadt Bergenhusen (Schleswig-Holstein) ist Storchenkönigin und lässt sich diesen Termin natürlich nicht entgehen. „Ich setze mich für die Belange der Störche ein, zum Beispiel, wie die Landschaft für die Vögel erhalten werden kann. Windräder sind da ein großes Problem“, so die 17-Jährige.

Höhepunkt des Festes ist das Überraschungsprogramm, dass die Frauen der Ortswehr auf die Beine gestellt haben. Egal ob als rockende Nonnen oder bei einem kleinen Löschangriff nass – sie machen eine gute Figur. Die männlichen Blauröcke vermisst da keiner mehr. Als dann auch noch „Helene Fischer“ ihren Hit „Atemschutz in der Nacht“ schmettert, gibt es fürs Publikum kein Halten mehr.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen