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Der Prignitzer

22. November 2017 | 10:31 Uhr

Allende-Halle ist Stein des Anstoßes

vom

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2013 | 05:41 Uhr

Wittenberge | Schallschutzmaßnahmen in der Allende-Sporthalle der Grundschule IV sind nicht Bestandteil des Haushaltes 2013, den die Wittenberger Abgeordneten am Mittwochabend auf den Weg brachten. Aber die Parlamentarier haben sich per Eintrag in das Sitzungsprotokoll dazu verpflichtet, dass "die Stadtverordnetenversammlung sich bemüht, das Projekt 2013 anzugehen".

Dass der Schallschutz in der Turnhalle dringend verbessert werden muss, zieht keiner der Abgeordneten in Zweifel. Zumindest waren derartige Töne bei der ausgiebigen öffentlichen Debatte zum Haushalt in den Fachausschüssen nicht zu hören. Die Abgeordneten verständigten sich bei der Diskussion des Haushaltssicherungskonzeptes aber trotzdem darauf, dieses Vorhaben erst einmal nach hinten zu schieben, weil die Stadt trotz Defizits im Haushalt zwar agieren und sogar über zwei Millionen Euro investieren, aber eben nicht alle wichtigen Projekte angehen kann.

Am Mittwochabend war es aber gerade diese Rückstellung der Turnhalle, die für Unruhe in der Aussprache zum Haushalt und zur Fortschreibung des Haushaltssicherungskonzeptes sorgte: Denn Lubomir Bagdassarov als fraktionsloser Abgeordneter forderte in der Debatte per Antrag, den Schallschutz in der Allende-Turnhalle umgehend wieder in den Haushalt aufzunehmen.

Der Grund ist ein Brief aus der Allend-Schule, der augenscheinlich jeden Stadtverordneten erreichte. Eltern, Schüler und Lehrer - so ist der Brief ohne Namen unterzeichnet - beziehen sich auf ein Gutachten. Wer es in wessen Auftrag anfertigte und bezahlte, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Aber laut Briefverfasser liegen die akustischen Messwerte in einem Bereich, "der eindeutig gesundheitsgefährdend ist". Sie teilen den Abgeordneten deshalb auch mit: "Sollten Sie die jetzige Sparmaßnahme unterstützen, nehmen Sie billigend in Kauf, dass Kinder, Lehrer und andere Nutzer der Sporthalle gesundheitliche Schädigungen erleiden können." Das wolle er nicht, sagte Bagdassarov, der sich als einziger Parlamentarier zu dem Schulbrief äußerte.

Zur Abstimmung über den Antrag kam es nicht. Nach einer Parlamentspause, in der die Fraktionen Gelegenheit hatten, sich eine Position zu bilden, informierte Parlamentsvorsteher Wolfgang Strutz die Stadtverordnetenversammlung: "Herr Bagdassarov hat seinen Antrag zurückgezogen." Das Warum kommentierte Bagdassarov nicht, gab sich mit dem Protokollvermerk, das Projekt solle nach Möglichkeit noch 2013 begonnen werden, zufrieden.

Bereits zu Beginn der Haushaltsdebatte hatte Bürgermeister Dr. Oliver Hermann sich zum Schallschutz in der Allende-Halle, "den wir unbeding im Auge behalten müssen, positioniert". Dazu wurde eine entsprechende Protokolleinfügung gefertigt. Diese besagt, dass die Baumaßnahme in Angriff genommen wird, "sofern prioritär Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden können".

Anders verhält es sich mit der Sporthalle der Grundschule I. Auch dort muss der Lärmschutz verbessert werden. Da die Schule sich am Inklusionsprojekt beteiligt, steht Fördergeld zur Verfügung, die Kommune muss die 25 Prozent Eigenmittel aufbringen. Diese Maßnahme ist im Plan 2013 enthalten.

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