Prignitz auf der ITB : Alle wollen aufs Rad

Zwei Besucherinnen lassen sich von Mike Laskewitz Radrouten durch die Prignitz empfehlen.
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Zwei Besucherinnen lassen sich von Mike Laskewitz Radrouten durch die Prignitz empfehlen.

Prignitz wirbt mit Radtouren, Archäologie und Pilgern / Zur Buga hat das Musical „Blumenkinder“ seine Premiere

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09. März 2015, 08:00 Uhr

Schon vor den Eingängen zu den Messehallen locken riesige Plakate mit Palmenstränden um Touristen. Wir schlendern durch den tropischen Dschungel, kommen einer knapp bekleideten Sambakönigin bedrohlich nahe und in der Afrikahalle hören wir zwischen all den vielen Safarieanbietern förmlich die Löwen brüllen.

Am Eingang der Brandenburghalle ist der Rucksack mit Prospekten schon prall gefüllt, und die Ideen in unserem Kopf reichen für alle Urlaube bis ins hohe Rentenalter. Und dann stehen wir am Stand der Prignitz: Zwei mal zwei Meter groß, Flyer liegen auf der weißen Tischfläche im grellen Licht einer Lampe. Sie werben für die Elblandfestspiele, für das Plattenburgspektakel oder für die Landesmusikschultage in Wittenberge. Karibik, Afrika oder die Prignitz? Wie wollen wir uns entscheiden?

„Für die Prignitz natürlich“, sagt Mike Laskewitz. Der Mitarbeiter des Tourismusverbandes erzählt zunächst vom Elberadweg. „Das elfte Jahr in Folge wurde er von den Radfahrern zum beliebtesten Radweg in Deutschland gewählt.“ Rund 90 Kilometer führen durch die Prignitz und wem das nicht reicht, der kann entlang von Verbindungswegen ein Netz durchradeln, das mehr als 1000 Kilometer umfasst, so Laskewitz.

Er wiederholt diese Sätze fast im Minutentakt, weil praktisch jeder der am Stand stehen bleibt, sich nach dem Radtourismus erkundigt: „Alle wollen aufs Rad.“ Jahre hat es gebraucht, bis die Region sich mit dieser Marke etablieren konnte. „Den Bekanntheitsgrad haben wir erreicht, jetzt müssen wir die Leute nur noch in die Region holen“, so Laskewitz.

Er spricht von dreieinhalb Millionen Berlinern und zeigt den Werbeflyer für das Stadtfest Berlin-Spandau. Auf der einen Seite die Prignitz mit ihren Werbeprospekten, auf der anderen die Insel Usedom. „Toll, dass wir das geschafft haben“, meint er. Nicht Rheinsberg, nicht der Spreewald, sondern Spandau hat sich für die Prignitz entschieden. In Hamburg sei das Urlauberpotenzial ähnlich hoch, „aber dort müssen wir noch mehr für uns werben“, so Laskewitz.

Angebote gebe es reichlich. So sollen archäologische Orte mehr Gewicht bekommen. Für das Königsgrab Seddin wird es bald einen Audioguide geben, der Besucher in die Bronzezeit entführen wird.

Anfang Juni wird der Archäologische Park in Freyenstein eröffnet. Ergänzend zu bereits frei gelegten Steinkellern und der Burganlage wird es ein begehbares Stadttor und Stereoskope geben, mit denen ein Blick auf virtuelle Rekonstruktionen und die Inszenierung mittelalterlichen Lebens auf einem Marktplatz möglich wird.

Ungebremst sei das Interesse am Pilgern. Wer danach fragt, erfährt etwas über ein Wochenende im Zeichen der Wallfahrten. Am 21. August wird in Bad Wilsnack das traditionelle Pilgerfest stattfinden, welches in diesem Jahr durch den Auftritt der Jungen Philharmonie Köln bereichert wird. Am Tag darauf wird in Kehrberg an die Geschichte eines dreijährigen Jungen erinnert, der hier als Wunderheiler verehrt wurde. Zu sehen ist das Theaterstück „Der Wunderknabe vom Kehrberg“.

Beide Themen möchte der Verband bekannter machen und hat auf der ITB zwei Reisejournalisten gewinnen können. Sie werden nach ihrem Besuch in der Prignitz speziell über das Pilgern und die Archäologie schreiben. Ende August findet außerdem die jährliche Pressereise statt, so Laskewitz.

Berechtigte Hoffnungen auf mehr Touristen in diesem Jahr kann sich die Prignitz durch die Buga machen. Mit Havelberg gibt es einen Standort direkt an der Kreisgrenze und auch der Hauptort Brandenburg an der Havel ist nah. Dort wird am Brandenburger Theater ein eigens für die Buga inszeniertes Musical zu sehen sein: „Blumenkinder“. Es handelt sich um eine rasante Inszenierung mit bekannten Hits aus der Flower-Power-Zeit, unter anderem von Pink Floyd, Joe Cocker und Jimi Hendrix, verrät Produzent Hank Teufer vom Event-Theater. Zusammen mit dem musikalischen Leiter Dmitri Pavlov wirbt er am Prignitzer Stand um Besucher.

Wer mag, kann mit dem Rad dorthin fahren. Extra zur Buga wurde eine thematische Radtour entwickelt, verrät Mike Laskewitz und reicht die Karte herüber. Wir quetschen sie zwischen Karibikstränden in den Rucksack hinein. Vielleicht muss es ja doch nicht die Fernreise sein, wenn die Region vor der Haustür so viel zu bieten hat.

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