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Der Prignitzer

21. November 2017 | 11:33 Uhr

Akrobaten in Sachen Stromversorgung

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2013 | 06:02 Uhr

Perleberg | Sie muten an wie Akrobaten bei einem Drahtseilakt in luftiger Höhe, die Freileitungsmonteure, die gegenwärtig die Seile an den neuen Hochspannungsmasten in Perleberg befestigen. Kapazitätserweiterung des Umspannwerkes Perleberg nennt sich die Maßnahme, erklärt der Projektleiter Joachim Löber von der 50Hertz Transmission GmbH Berlin. Dieses Unternehmen sei einer von insgesamt vier in Deutschland agierenden Übertragungs-netzbetrieben, zuständig für die neuen Bundesländer sowie für Berlin und Hamburg.

In Perleberg werde ein dritter und vierter Transformator installiert, das Stromnetz auf die neuen Anforderungen des Bundesbedarfsplanes ausgerichtet, gerade auch was die Aufnahme von Energie aus Wind- oder Solaranlagen anbelangt. Derzeit werde Baufreiheit für die Transformatoren geschaffen. Aus zwei Leitungskorridoren werde sozusagen einer gemacht, die 220-KV-Leitung, die von Wolmirstedt nach Güstrow über Perleberg verläuft, werde mit der 380-KV-Leitung zusammen gelegt, sprich, aus der zweisystemigen werde eine viersystemige Leitung gemacht, erläutert Löber. Bei dieser Gelegenheit werde gleichzeitig auch einem Anliegen der Stadt entsprochen, nämlich die Leitung aus den entsprechenden Wohn- und Gewerbegebiet heraus zu nehmen.

All diese Arbeiten laufen bei voller Stromversorgung. Deshalb auch mussten Provisorien gebaut werden, erklärt der Fachmann. Beispielsweise die Gittermaste, um die 220-KV-Leitung umzuleiten, Baufreiheit im Umspannwerk zu erreichen. Zudem seien große Stahlgerüste zum Schutz über die 110-KV-Leitungen erforderlich. All diese Provisorien würden nach Abschluss der Arbeiten wieder zurückgebaut. Ebenso die dann nicht mehr benötigten Maste. Mit diesem Abschluss rechnet 50Hertz Ende Oktober.

Derzeit sind die Arbeiten aber noch in vollem Gange, sind in Spitzenzeiten bis zu 50 Monteure auf den Masten zwischen Spiegelhagen und dem Umspannwerk im Einsatz, verrichten im wahrsten Sinne des Wortes in luftiger Höhe ihren Dienst. Eine spezielle Ausbildung dafür gebe es nicht, aber bestimmte Anforderungen müsse so ein Freileitungsmonteur schon erfüllen. Auf jeden Fall muss er höhentauglich sein, und auch entsprechende gesundheitliche Voraussetzungen mitbringen. Und dann habe der Arbeitsschutz absolute Priorität, denn jeder Fehler bei dieser Tätigkeit könne fatale Folgen haben.

Sicherheit ist auch in anderer Hinsicht angesagt. So haben zwei neue Maste - sieben sind es insgesamt - rote Spitzen. Das sei dem Flugkorridor geschuldet für den Rettungshubschrauber, der auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses Prignitz in Perleberg seinen Start- und Landeplatz hat.

Das derzeitige Projekt bilde aber nicht den Abschluss. Bereits jetzt werde eine Folgemaßnahme zur Kapazitätserweiterung des Stromnetzes vorbereitet. Die Leitung Perleberg-Stendal (West) soll auf 380 KV erweitert werden als Teil der neuen Leitungsverbindung in Richtung Süden. Dafür soll demnächst das Planfeststellungsverfahren eröffnet werden.

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