Airspace: Ein Ende scheint in Sicht

<strong>Endlich gesetzt </strong> ist jetzt der Sendemast in Rohlsdorf. <foto>Foto: Petra Ferch</foto>
Endlich gesetzt ist jetzt der Sendemast in Rohlsdorf. Foto: Petra Ferch

svz.de von
14. Juni 2012, 10:28 Uhr

Groß Pankow | Auf gemeinsame Tour nach Dannhof, Tacken, Rohlsdorf und Klein Linde gehen heute Mitarbeiter der Airspace Communications GmbH und der Gemeindeverwaltung von Groß Pankow (Prignitz). "Wir wollen uns selbst davon überzeugen, dass hier jetzt schnelles Internet empfangen werden kann", sagt Groß Pankows Bauamtsleiter Halldor Lugowski.

Vorangegangen ist dieser Einladung von Airspace und deren jetziger Zusage, bis zum 30. Juni im wesentlichen alle 14 Orte anzuschließen, für deren Versorgung per Richtfunk das Unternehmen mit Sitz in Potsdam bereits vor einem Jahr den Zuschlag erhielt, ein reger Briefverkehr, Schuldzuweisungen gegen die Gemeindeverwaltung sowie kreisliche Behörden, gegen die diese sich wiederum wehrten. Auf der Strecke dabei blieben die betroffenen Bewohner, die nicht selten bis heute vergeblich auf einen schnellen Internetanschluss per XDFL-Technik warten, der ursprünglich von Airspace bis Ende Oktober 2011 zugesagt war.

Kein Wunder, dass sich mittlerweile nicht wenige umentschieden haben. So sollen zwar Rohlsdorfer Kunden nun endlich angeschlossen werden, doch für Mayk Schulz kommt diese Zusage wohl zu spät. "Ich habe am 8. Juni meinen Vertrag mit Airspace gekündigt. Er war ohnehin nicht mehr gültig, denn ich hatte ihn im Dezember 2011 abgeschlossen und sollte innerhalb von drei Monaten angeschlossen sein. Jetzt habe ich lange genug gewartet", erklärt er.

Mit seinem Ärger steht er nicht allein da. Hans Dedek aus Seddin hat sich ebenfalls von Airspace verabschiedet. "Wir sind bis heute nicht angeschlossen. Obwohl der große Sendemast nur ein paar hundert Meter entfernt steht, kommt kein Signal an. Bei meinem Nachbarn waren sie deshalb wohl vier- oder fünfmal gewesen. Scheinbar stehen Bäume im Wege", beschreibt er die Situation. Und ein Tackener (Name ist der Redaktion bekannt) hat "jetzt endgültig die Nase voll", nachdem er seit Wochen versucht, von der Firma einen verbindlichen Anschlusstermin zu erhalten. Für ihn sieht das allmählich nach Fördermittelverschleppung aus.

Denn die Gesamtinvestition ist mit 180 000 Euro veranschlagt, davon werden 90 Prozent vom Land Brandenburg gefördert, zehn Prozent trägt die Gemeinde. Und so wird die Frage an die Gemeindeverwaltung immer lauter: Warum fiel die Entscheidung für diesen Anbieter, warum nicht für die Telekom, wie in anderen Gemeinden des Landkreises auch?

Weil die Telekom während der Ausschreibung um Angebotsverlängerung gebeten habe, die die Gemeinde aber nicht habe gewähren können, um nicht die Frist der Antragstellung für die Fördermittel zu überschreiten, erklärt Bürgermeister Thomas Brandt. Zudem sei Airspace der günstigste Anbieter gewesen, "und die Kommunalverfassung verpflichtet uns, mit öffentlichen Geldern sparsam umzugehen". Die Gemeinde habe sich aber vor Zuschlagserteilung über Airspace kundig gemacht. "Unsere Recherche ergab, dass deren Technologie in Baden Württemberg funktioniert", erklärt Brandt.

In der Prignitz scheint es dagegen Probleme zu geben. Ansonsten müsste der Auftrag längst erfüllt sein, zumal auch die Bindefrist für die Fördermittel eigentlich am 30. Juni abläuft. Mittlerweile habe die Gemeinde Zahlungen an das Unternehmen ausgesetzt oder nicht in voller Höhe getätigt, um auf diesem Wege Druck auszuüben, damit der Auftrag endlich abgeschlossen wird. Zudem sei in Abstimmung mit dem Fördermittelgeber, dem Amt für Flurneuordnung und ländliche Entwicklung in Neuruppin, ein Planungsbüro eingesetzt, das überprüfen soll, ob nach Anschluss für die Kunden auch wirklich die versprochene Leistung erbracht wird.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen