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Anwohner fordern Fällung : Ahornbäume sorgen für Aufregung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Anwohner In den Grapenstücken fordern Fällung – Stadt setzt Gutachter ein

von
erstellt am 08.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Einwohner In den Grapenstücken haben Unterschriften gesammelt. Sie wollen, dass mit der Erneuerung der Abwasserleitung die Ahornbäume in ihrer Straße gefällt werden. Fast alle Bewohner haben unterschrieben.

Die Sanierung der Leitung ist mittlerweile fast abgeschlossen. Die Bäume stehen. Die Stadtverwaltung hat die Anwohner zu Montagabend zu einem Informationsgespräch in das Rathaus eingeladen. Dort werde ein Gutachter umfassend Auskunft geben, sagt Bauamtsleiter Martin Hahn. Die Befürchtungen, die sich in der Unterschriftensammlung manifestieren, haben die Kommune veranlasst, sowohl mit der Baumschutzkommission wie auch mit einem Gutachter die Situation in der Straße zu bewerten. Die Kommission und der Gutachter sehen, entgegen der Anwohnerbefürchtungen, keine akuten Gefahren, sagt der Bauamtschef auf Redaktionsanfrage.

Detaillierte Informationen


Auch an den „Prignitzer“ haben sich Bewohner aus der Straße In den Grapenstücken gewandt. Familie Kriese, Familie Zander, Familie Schröder und Familie Harthmann wollen, wie sie sagen, dass die Bäume gefällt werden. Denn die Wurzeln würden in Abwasserleitungen wachsen. Klaus Kriese erzählt, dass Wurzeln bis zu zwei Meter über das Leitungssystem auf sein Grundstück vorgedrungen waren. Es gibt Bilder von 2011, die Wurzeln in Rohren zeigen. Krieses wohnen auf jener Seite der Straße, auf der die Bäume stehen. Harthmanns haben auf ihrer Seite keine Bäume stehen. „Aber es könnte ja sein, dass die Wurzeln auch bis zu uns vordringen.“ Deshalb haben Harthmanns auch unterschrieben.

Werner Kriese schneidet eine weitere Sorge der Leute an: Im Internet hat ein Bekannter für ihn recherchiert. „Und der hat herausgefunden, dass die Bäume viel zu dicht auf der Gasleitung stehen.“ „Was passiert, wenn beispielsweise mal ein Baum umfällt?“, fragen sich die Familien. Schließlich habe man schon von explodierenden Häusern gehört.

Ein dritter Problemkreis ist für die Bewohner, dass mit der Erneuerung der Abwasserleitung auch neue Übergabeschächte hergestellt werden. Jedes Grundstück erhält, so wie es sein muss, seinen eigenen Schacht. Bislang teilten sich in der Straße zwei Grundstücke einen Schacht. Laut Satzung hier in der Stadt müssen die Bürger die Kosten für die neuen Übergabeschächte übernehmen, die sich auf ihrem Gelände befinden. Die Geldausgabe ärgert die Betroffenen zusätzlich.

„Wir werden den Anwohnern am Montag alles genau erklären“, sagt der Bauamtsleiter, der gleichzeitig Werkleiter für den städtischen Eigenbetrieb Abwasser ist.

Es stimme, dass Wurzeln der Bäume in die Abwasserleitung im Grapenstückenweg eingewachsen waren. Aber: Der Grund ist laut Hahn die mangelnde Qualität dieser Leitung, die kurz nach der Wende verlegt wurde. „Bei der Herstellung sind damals verschiedene Materialien und Durchmesser verwendet worden.“ Mit der Sanierung sei das Problem jetzt behoben worden. Die Kosten dafür trage der Abwasserbetrieb.

Kommune kontrolliert regelmäßig


Sehr ernst genommen hat die Stadt nach den Worten von Hahn auch die Hinweise zur Gasleitung. Richtig sei, dass Bäume üblicherweise nicht auf die Trasse von Gasleitungen gepflanzt werden. Deshalb habe die Stadt auch die Untersuchung seitens des Gutachters veranlasst.

Das Ergebnis: Nicht allein die Baumschutzkommission habe die zwischen 20 und 30 Jahre alten Ahornbäume begutachtet und für vital befunden. Auch der Gutachter spricht laut Hahn von vitalen Bäumen. Es sei nicht davon auszugehen, dass sie umstürzen. Die zweite, äußerst wichtige Feststellung ist laut Hahn jene, dass die Gasleitung aus Kunststoff besteht, Wurzeln könnten nicht eindringen, sondern würden drumherumwachsen. Verformungen wären möglich, Explosionsgefahr würde der Fachmann nicht sehen. „Für uns als Stadt ergibt sich die Schlussfolgerung, dass wir regelmäßige Kontrollen zum Zustand der Bäume und der Gasleitung vornehmen“, so Hahn abschließend. „Und das wird selbstverständlich getan.“

 

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