Mit Preis geehrt : Agricola geht nach Karstädt

Bei der Siegerehrung: Landesbauernverbands-Präsident Udo Folgart, Jan Milatz, Leiter der Pflanzenproduktion der Agrargenossenschaft Karstädt, und Vorstandsmitglied der VR-Bank Prignitz Martin Brödder und sein Stellvertreter Ingo Schlender (v.l.).
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Bei der Siegerehrung: Landesbauernverbands-Präsident Udo Folgart, Jan Milatz, Leiter der Pflanzenproduktion der Agrargenossenschaft Karstädt, und Vorstandsmitglied der VR-Bank Prignitz Martin Brödder und sein Stellvertreter Ingo Schlender (v.l.).

Agrargenossenschaft mit Nachhaltigkeitspreis der VR-Banken Brandenburg/Berlin für hervorragende Nachwuchskräftesicherung geehrt.

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21. November 2014, 12:00 Uhr

„Qualifikation im Job – eine nachhaltige Aufgabe“ unter diesem Motto stand gestern im Dorint Hotel Potsdam der 4. Landwirtschaftliche Unternehmertag der Volks- und Raiffeisenbanken. In diesem Rahmen lobten die VR Banken zum zweiten Mal für vorbildlich wirtschaftende Agrarbetriebe in der Region Berlin/Brandenburg den Nachhaltigkeitspreis „agricola 2014“ aus. Und als Sieger wurde die Agrargenossenschaft Karstädt eG gekürt.

„Die Auszeichnung hat für uns einen sehr hohen Stellenwert. Wir waren angenehm überrascht. Es zeigt uns auch, dass wir auf dem richtigen Wege sind“, sagte der Leiter der Pflanzenproduktion der Agrargenossenschaft Karstädt eG, Jan Milatz, gestern unserer Redaktion. Er hatte sich per Bus, den die VR-Bank Prignitz organisierte, mit vielen Vertretern der Prignitzer Landwirtschaft auf den Weg nach Potsdam gemacht. Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und Udo Folgart, Präsident des Landesbauernverbandes, waren bei der „gelungenen Veranstaltung“ zugegen.

Vor allem ihre hervorragenden Ausbildungsmöglichkeiten und die Nachwuchskräftesicherung brachte den Karstädtern den Preis (eine Skulptur sowie 3500 Euro) ein. Pawlowski, Milatz und die Leiterin der Tierproduktion, Sabine Ziebart, sind als Absolventen der Ausbildereignungsprüfung für die Lehrlinge zuständig. Der Betrieb bildet zum Landwirt und Tierwirt sowie zur Fachkraft für Agrarservice aus. „Unser Ziel ist es, jungen Leuten aus der Region eine Ausbildungsmöglichkeit und auch später einen Arbeitsplatz zu geben, damit sie in der Prignitz bleiben“, so Milatz. Und das Konzept geht auf. Zwei ehemalige Lehrlinge absolvierten inzwischen bereits die Meisterschule. Jeder hat durch Ausbildung und Qualifikation die Chance, auch in leitenden Positionen zu arbeiten. Von den drei Lehrlingen, die im Sommer fertig wurden, übernahmen die Karstädter einen, einen weiteren vermittelten sie zu einem anderen Betrieb, und der dritte begann ein Studium. „Als Unternehmen haben wir die Aufgabe und Verpflichtung, den Standort Prignitz zu festigen“, so der Leiter der Pflanzenproduktion.

Derzeit beschäftigt die Agrargenossenschaft 50 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende. „Von einem dritten mussten wir uns nach der Probezeit trennen. Die Chemie stimmte nicht“, sagte Jan Milatz.

Haupt-Produktionszweig ist die Milchproduktion. Der Betrieb hat 1300 Milchkühe, die rund 12 Millionen Kilogramm Milch im Jahr geben, 1500 Jungrinder, 300 Mutterkühe und 3530 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Die Karstädter beziehen sämtliche Futtermittel aus der Eigenproduktion oder aus der Region. Unterstützt wird die Agrargenossenschaft von der VR-Bank Prignitz und dem Kreisbauernverband Prignitz. Sie waren es auch, die die Karstädter für den „agricola 2014“ vorgeschlagen haben.

„Das allein macht uns schon stolz“, so Milatz. Die elf VR-Banken in Brandenburg und die Berliner Volksbank hatten zusammen mit den Kreisbauernverbänden im Vorfeld Agrarbetriebe gesucht, die hinsichtlich ihrer beruflichen Bildung, Nachwuchsgewinnung, Karrierechancen oder Unternehmensnachfolge in vorbildlicher Weise zukunftsorientierte Wege gehen.

Neben den Karstädtern waren die Agrargenossenschaft Neuzelle eG (2. Platz/Oder- Spree) sowie die Agrar GmbH Grüneberg, Löwenberger Land (3. Platz/Oberhavel) nominiert.

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