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Diskussion um Rudower See : AG will den See schnell retten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Lenzener Initiative mit den bisherigen Plänen zur Seesanierung unzufrieden. Forderung nach Entschlammung bleibt bestehen

von
erstellt am 10.Jan.2017 | 14:18 Uhr

Unzufrieden mit der bisherigen Entwicklung zum Thema Sanierung des Rudower Sees zeigt sich die Arbeitsgruppe „Rettet den Rudower See“. Sie fordert kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität, „um den Tourismus in und um Lenzen zu retten“, heißt es in einer Stellungnahme.

Auslöser waren ein massives Fischsterben und ein verhängtes Badeverbot im vergangenen Sommer. Es hatte eine Blaualgenplage gegeben. Offenbar herrscht unter Experten Einigkeit darüber, dass die Wasserqualität durch den permanenten Nährstoffeintrag aus dem Rambower Moor über den Nausdorfer Kanal in den See massiv leidet.

Uneinig ist man sich, wie dieses Problem nachhaltig gelöst werden kann. Die Arbeitsgruppe fordert eine Entschlammung des Sees, da sich dort die Nährstoffe sammeln würden. Sie verweist auf Projekte in anderen Seen, die aus ihrer Sicht vergleichbar seien. So wurden im Dümmer See und im Teterower See tausende Tonnen Schlamm abgepumpt. Besonders erfolgreich sei so eine Maßnahme im Neustädter See verlaufen. 1999 seien dort in Größenordnungen Sedimente aus 25 Metern Tiefe entfernt worden. „Bereits 2001 konnte der See als mesotroph eingestuft werden, die Sichttiefe hatte sich gegenüber 1998 mehr als verdoppelt. In der Badegewässerkarte erreichte der Neustädter See seit 2001 die höchste Wasserqualitätsstufe“, sagt AG-Sprecher Ralf Behrens.

Auf einer Expertenrunde im November hatte Dr. Dominik Zak vom Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei gesagt, dass eine Entschlammung „nichts bringe“. Zak sprach sich für eine Vernässung des Rambower Moores aus. Nur so lasse sich aus seiner Sicht das Problem lösen. Der Nachteil: Dieser Prozess dauert lange. „Ab 2026 stellte er uns eine Verbesserung der Wasserqualität in Aussicht“, so Behrens. Doch so lange wollen die Lenzener nicht warten.

Sie vermissen eine direkte Untersuchung des Rudower Sees. Es gebe keine Aussagen oder Erkenntnisse zur Zusammensetzung und Schlammdicke auf dem Grund. „Ist es nicht gewollt?“, fragt Behrens. Warum wird die Wasserqualität so schlecht, seit das Moor angestaut, Abzugsgräben dicht gemacht und der Nausdorfer Kanal nicht mehr gepflegt werden, fragt Behrens weiter. Die AG sehe darin einen Zusammenhang, den Dominik Zak abgestritten habe.

„Für uns als Arbeitsgruppe entsteht der Eindruck, dass uns hier nur eine Möglichkeit der Seesanierung suggeriert wurde, um das Rambower Moor nach Vorstellungen der Biosphärenreservatsverwaltung zu vernässen“, sagt Behrens. Die AG fordert neue und schnelle Wege der Seesanierung.

Nährstoffe können aus dem Wasser ausgefällt werden. Das habe die Fälllungsanlage bewiesen. Sie wurde vor Jahren mit Fördermitteln am Nausdorfer Kanal betrieben. Auch gab es eine konzentrierte Fällungsaktion auf dem See. Beides hatte Erfolg, aber keinen langfristigen. „Es muss doch technologisch möglich sein, die Nährstoffe weit vor der Einmündung des Nausdorfer Kanals auszufällen, damit diese gar nicht erst in den See gelangen“, sagt Ralf Behrens. Dafür werde sich die AG weiter einsetzen und erwarte Unterstützung durch die Stadt. Der See dürfe nicht zu Gunsten des Rambower Moors geopfert werde, denn sonst verliere die Stadt einen wichtigen Anziehungspunkt für Touristen.

 

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