Pritzwalk : AfD demonstriert gegen Asylpolitik

<p>Sympathisanten und Gegner der AfD und deren Rolle in der Flüchtlingspolitik standen sich gegenüber. </p>

Sympathisanten und Gegner der AfD und deren Rolle in der Flüchtlingspolitik standen sich gegenüber.

Partei-Demo in Pritzwalk wird durch bunten und lautstarken Gegenprotest gestört - die Lage bleibt friedlich.

svz.de von
16. November 2015, 20:59 Uhr

Mit 80 Einsatzkräften war die Polizei gestern Abend in Pritzwalk vor Ort. Grund für diese starke Präsenz war nicht nur die angekündigte Demo der AfD, sondern eine Drohung, die die Partei erhalten hatte, sagte Dörte Röhrs, Pressesprecherin der Polizei. Rund 15 Einsatzfahrzeuge waren rund um den Markt positioniert. Absperrgitter verhinderten einen freien, unkontrollierten Zugang.

Laut Polizei hatte die AfD mehr als 5000 Einladungen verschickt, rund 500 Teilnehmer erwartet. So viel waren es bei weitem nicht, die den Worten der Redner lauschten, unter ihnen der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im  Potsdamer Landtag, Andreas Kalbitz.

Während auf der anderen Seite an der Kirche Texte verlesen und leise Musik gespielt wurde, bildete sich zwischen den beiden angemeldeten Versammlungen eine dritte, spontane Kundgebung. Mit Trillerpfeifen machten sich deren Teilnehmer lautstark bemerkbar, wollten die AfD-Kundgebung stören. Versammlungsbehörde und Polizei baten mehrfach, die Lautstärke zu reduzieren. Gemessen wurden bis zu 90 Dezibel, 70 sind erlaubt. Einsatzkräfte erwogen, diese Kundgebung zu unterbinden. Der Prignitzer Polizeichef Peter Schröder sprach sich dagegen aus. Die Lautstärke sei noch zu tolerieren, die Redebeiträge der AfD zu verstehen.

Themen der AfD waren Flüchtlinge und Asylpolitik. „Wir stehen zum Grundrecht auf Asyl“, sagte Kalbitz. Aber derzeit müsse man von  „unkontrollierter Zuwanderung“ sprechen. Die Schuld  trage Merkel. Das kommentierten die Teilnehmer mit der lautstarken Forderung „Merkel muss weg“. Der Prignitzer AfD-Vorsitzende und Kreistagsabgeordnete Thomas Schlaffke sagte, dass Ärzte, Erzieher und Lehrer durch die Flüchtlinge überfordert seien. „Sie müssen wir schützen“, so Schlaffke.

Die Kundgebung endete um 20 Uhr, ohne dass es bis dahin zu Zwischenfällen oder zu einem Eingreifen der Polizei kam.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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