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Der Prignitzer

11. Dezember 2017 | 01:32 Uhr

Aeroclub stellt Strafanzeige

vom

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2012 | 09:16 Uhr

Perleberg | Es brodelt im Aeroclub Perleberg. Wie der "Prignitzer" berichtete, trennte sich der Verein mit Beschluss des geschäftsführenden Vorstandes von seinem Vorsitzenden. "Das Ende einer kostspieligen Zusammenarbeit", ergänzt Hans-Dieter Kussmaul. Er und auch Rüdiger Dierolf wurden derweil kommissarisch in den Vorstand des Vereins berufen, dürfen so auch in dessen Namen sprechen, wie sie sagen.

"Eigentlich ist uns das zuwider, in der Öffentlichkeit alles breit zu treten. Doch wenn wir nichts tun, geht der Verein zu Grunde", fügt Rüdiger Dierolf an. Denn offensichtlich akzeptiere der einstige Vorsitzende seine Entlassung nicht. Vielmehr gebe er sich weiterhin als Vereinschef aus, verschicke Beitragsrechnungen und versuche, an Kontodaten des Vereins zu gelangen. Sein Argument, er stehe noch als Vorsitzender im Vereinsregister. "Daraufhin haben wir eine einstweilige Verfügung beantragt, dass er sich nicht mehr als Vereinsvorsitzender ausgeben darf", verdeutlicht Dierolf. Denn bevor das Vereinsregister geändert werden kann, bedürfe es der Neuwahl und des Notars.

Warum ist es aber überhaupt zu diesem Eklat gekommen? Kussmaul und Dierolf berichten: "Wir als Verein und vor allem auch als Vorstand waren blauäugig, haben unserem Vorsitzenden vertraut. Als es um den Kauf der Solarflächen ging, habe der im Namen des Aeroclubs drei Millionen Euro geboten. "Das war weder mit dem Vorstand noch dem Verein abgestimmt. Irgendwie haben wir das Gefühl, dass man den Verein als Strohmann benutzen wollte." Als die Rechnung nicht aufging, ein anderer Investor den Zuschlag erhielt, folgten seitens des Vorsitzenden Eingaben und Widersprüche bei Stadt, Land und Politik. "Alle ohne Zustimmung des Vorstandes, mehr noch, der wusste nichts davon."

Das Ergebnis: Dem Aeroclub drohte die Insolvenz. Der materielle Schaden bewege sich im fünfstelligen Bereich. Hinzu komme noch die unrühmliche Außenwirkung, berichten Kussmaul und Dierolf.

Derweil hat der Aeroclub Strafanzeige gestellt, "da wir immer noch auf Geld und die Herausgabe von Vereinseigentum warten", betont Kussmaul. Der Ex-Vorsitzende habe Berufung eingelegt und lasse sich nun anwaltlich vertreten, "ist aber ansonsten für den Verein nicht auffindbar", ergänzt Dierolf.

Dem "Prignitzer" gelang es aber. Die Antwort des bisherigen Vereinschefs: "Die Anschuldigungen stimmen nicht, alles bedarf einer Klärung. Diese aber im Rahmen des Vereins und nicht in der Öffentlichkeit, denn das würde dem Verein schaden. Und das möchte ich nicht."

Im Luftsportlandesverband Brandenburg e. V., wo der Perleberger das Amt des Präsidenten ausübt, sind die Vorwürfe ebenfalls bekannt, bestätigt auf Nachfrage des "Prignitzer" Vorstandsmitglied Dagmar Behrendt. Man müsse prüfen, ob der Ausschluss des bisherigen Vorsitzenden wirksam sei. Jener selbst sei vom Landesverband zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert, die eigentlich am 25. Januar hätte eingehen müssen. Bis zum frühen Abend war sie es aber nicht", so das Vorstandsmitglied. "Bei uns kann ein Vorsitzender nicht durch den Vorstand ausgeschlossen werden. Das kann nur die Mitgliederversammlung. Im März ist die nächste ordentliche Mitgliederversammlung und da wird dieser Sachverhalt auch Thema sein. Sicher auch auf der Präsidiumssitzung am 4. Februar", so Dagmar Behrendt.

Am 11. Februar ist Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl im Perleberger Aeroclub. "Doch es wird sicher noch mehr Zeit dauern, bis wieder Ruhe im Verein einkehrt und wir uns auf das besinnen können, was der eigentliche Vereinszweck ist - Fliegen", räumen Kussmaul und Dierolf offen ein.

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