Ärger um Hortplätze

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10. Juli 2012, 11:22 Uhr

Premslin | Das "Haus der Kinder" in Premslin platzt aus allen Nähten. Die Liste der Anmeldungen übersteigt die Kapazität von 50 Plätzen. Besonders groß ist der Bedarf an Hortplätzen. Daher sollen keine Hortverträge mehr mit Elterhäusern abgeschlossen werden, die nicht in Premslin, Glövzin oder Neu Premslin ansässig sind. Angeboten werden freie Kapazitäten in Karstädt, wo die Kinder ohnehin die Grundschule besuche.

"Meine Tochter besucht seit fünfeinhalb Jahren die Kita Premslin und hat sich hier sehr gut eingewöhnt. Sie wird in wenigen Wochen eingeschult, darf aber nicht mehr den Hort in Premslin besuchen, weil künftig nur noch ortsansässige Kinder aufgenommen werden. Das stellt für mich als Bürgerin der Gemeinde Karstädt eine Diskriminierung dar", erklärte Anja Niemann aus Blüthen auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung.

Mit ihr erschienen auch Katrin Muhs aus Blüthen und Sandra Schlestein aus Garlin, die gleiche Argumente ins Feld führten.

Eltern fühlen sich diskriminiert

Die Gemeinde habe Erweiterungsvarianten für den Hort geprüft, doch stehe der finanzielle Aufwand in keinem Verhältnis zu den neu geschaffenen Plätzen, erklärte Udo Staeck. "Erfreulich ist, dass wir viel Nachwuchs in Premslin haben. Doch können wir keine 80 000 Euro mehr für einen Ausbau finanzieren. Wir haben in der Gemeinde sieben Kitas mit 339 Plätzen und investieren noch mal in die Kita Karstädt", argumentierte der Bürgermeister. Gegenwärtig laufen die Ausschreibungen, Baubeginn soll im Herbst sein. Die Arbeiten (Erneuerung des Eingangsbereichs und des letzten noch ausstehend Wasch-/Toilettenraums, Sanierung von Fußböden und Fluren, Fassade usw.) werden in zwei Jahresscheiben aufgesplittet.

Verärgert sind die Mütter, dass sie von der neuen Regelung erst auf dem Hort-Abschlussfest erfuhren und der Kita-Ausschuss in keinster Weise einbezogen wurde. Staeck räumte Informationsdefizite ein und sagte eine Versammlung für die Eltern der Hortkinder zu. Diese soll voraussichtlich am 8. August um 19.30 Uhr stattfinden. "Am Grundproblem wird sich aber nichts ändern, wir können nicht die einen Eltern gegen die anderen ausspielen", so der Bürgermeister.

Das wolle man auch nicht, doch ließe sich im Gespräch untereinander manche Frage lösen, meinte Katrin Muhs. Was die Spannung etwas mindern dürfte - für das Schuljahr 2012/13 gilt die neue Regelung noch nicht, die drei betroffenen Mütter können ihre Kinder noch ein Jahr im Premsliner Hort lassen.

Hintergrund ist ein Hinweis der Kreisbehörde, die Änderung der Karstädter Kita-Satzung aufgrund der Kurzfristigkeit erst zum Schuljahr 2013/14 in Kraft zu setzen. Die Folge ist allerdings, dass Neuanmeldungen in Premslin erst mal vertröstet werden und Eltern auf die Kita Karstädt, Nebelin bzw. auf Tagesmütter verwiesen werden müssen.

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