Ärger mit dem Altpapier

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07. Juni 2012, 09:51 Uhr

Prignitz | Die Altpapierentsorgung im Landkreis läuft aus Sicht des Landkreises schlechter als erhofft und schlechter, als es vertraglich mit dem Entsorger Becker Umweltdienste vereinbart sei, sagt Andreas Much im kreislichen Müllausschuss Dienstagabend. Das Wittenberger Unternehmen widerspricht: "Uns sind keine Probleme bekannt", reagiert Geschäftsführer Peter Wladacz.

Der Kreis kämpft offenbar mit mehren Schwierigkeiten. Einerseits seien viel weniger blaue Tonnen im Umlauf, als ursprünglich erhofft und sogar weniger, als zunächst von Haushalten geordert. Seit Einführung dieses Systems zum 1. April verringerte sich die Anzahl der 240-Liter-Tonnen um 367 auf jetzt 17 991 Tonnen. Wer seine Tonne nicht möchte, kann diese unkompliziert telefonisch abbestellen. Umgekehrt geht es genauso. Die leichte Zunahme der 120-Liter und der 1100-Liter-Tonne kompensiert das geringere Volumen bei weitem nicht.

Die Gründe für die Ablehnung müssen dem Landkreis seltsam erscheinen: "Zu wenig Platz auf dem Hof, der Containerstellplatz ist nur 100 Meter entfernt, Glas muss ich sowieso dorthin bringen, ich entsorge das Papier beim Einkauf", fasst Andreas Much zusammen. Als vor wenigen Jahren mehrere tausend Einwohner mir ihrer Unterschrift die blaue Tonne forderten, klangen die Argumente so: Die Stellplätze seien zu weit entfernt, der eigene Pkw fehle für den Transport, Container seien überfüllt. Much vermutet, dass die Bürger nicht ausreichend genug über das neue Entsorgungssystem informiert waren.

Das zweite Problem betrifft die öffentlichen Stellplätze. "Wir haben Brennpunkte in Wittenberge, Perleberg und Pritzwalk. Die Stellplätze sind überlastet, der Entsorger muss reagieren", so Much. Anrufe und Kontrollen hätten das bestätigt. "Der Aufwand für die zentralen Plätze wurde vom Entsorger unterschätzt", sagt Much. Zwar sei die Anzahl der Tonnen konstant geblieben, aber ihr Volumen habe sich um zwei Drittel verringert. Das war beabsichtigt, da ja parallel die Haushalte ihre eigene Tonne haben. Mit der Kombination beider Angebote wollten die Abgeordneten es den Bürgern besonders komfortabel machen und hatten sich größere Mengen an Altpapier erhofft.

Becker Umweltdienste weist Kritik zurück

Aber auch das sei bisher nicht eingetreten, benennt Andreas Much das dritte Problem. Im April kamen kreisweit 441 Tonnen Papier zusammen, im Mai waren es nur 386 Tonnen. "Das liegt unter unseren Erwartungen von mindestens 400 Tonnen." Nach zwei Monaten dürfe man nicht auf einen Trend schließen, es sei auch kein Alarmzeichen, aber der Kreis sehnt eine schnelle Trendwende herbei.

Mit Becker Umweltdienste stehen Gespräche an. "Wir werden das einfordern, was im Vertrag steht", kündigt Much an. Entweder müsse an den Stellplätzen häufiger geleert oder es müssen mehr Container aufgestellt werden. Die Anrufe beim Kreis dürften nicht ignoriert werden. Zwar sehe die Verwaltung ein, dass Becker noch ein wenig zeit braucht, seinen Abfuhrrythmus anpassen muss, aber der jetzige Zustand müsse beendet werden.

Becker-Geschäftsführer Peter Wladacz kann sich diese Kritik nicht erklären. "Uns sind keine Probleme bekannt. In den Städten entsorgen wir im Schnitt drei Mal wöchentlich, die Stellplätze sind sauber", sagt er. Bisher habe der Landkreis keine Schwierigkeiten erwähnt.

Für Peter Wladacz besteht ein ganz anderes Problem: "Es ist gar nicht genug Papier vorhanden. In den Containern sind im Schnitt 40 Kilo. Eigentlich müsste es das doppelte sein." Der Kilopreis schwanke stark, liege derzeit zwischen drei und fünf Cent.

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