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Wittenberger Sportboothafen : Ärger im Nedwighafen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Das Hochwasser ist längst vorbei – aber das Gelände war bis Sonnabend immer noch gesperrt / Polizei kassiert ab

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Gestern früh, als Randolf Leuschke von der Pension „Zur Möwe“ sein Erlebnis vom Wochenende schildert, hat er sich schon wieder beruhigt. „Aber am Freitagnachmittag und auch noch am Sonnabend waren wir sehr ärgerlich und aufgeregt“, sagt Leuschke. Seine Frau Grit und er betreiben die Pension beim Nedwighafen. In der Straße vor der Pension mit Café ist das Parken verboten, „was wir auch akzeptieren“, sagt Leuschke. Die Gäste haben aber die Möglichkeit, ihre Wagen auf dem Stellplatz im Nedwighafen zu parken.

Drei Familien reisten am Freitagnachmittag an. „Ich habe den Gästen gesagt, sie können im Nedwighafen stehen“, erzählt Leuschke. Ein sehr teurer Ratschlag, wie sich herausstellte. Die Parkenden wurden mit je 25 Euro zur Kasse gebeten. Der Nedwighafen war nämlich am Freitagnachmittag noch gesperrt – wegen Hochwassers. Wasserschutzpolizisten baten jene zur Kasse, die dagegen verstießen.

„Als ich meinen Gästen sagte, dass sie ihre Autos dort parken können, habe ich mit keiner Silbe daran gedacht, dass der Hafen noch gar nicht wieder befahren werden darf. Ich wusste, dass das Hochwasser längst vorbei ist, dass die Bäder GmbH die Stellflächen und der Betriebshof die anderen Bereiche von den Hinterlassenschaften gereinigt hatten.“

Auch gestern war es für Leuschkes noch ein Rätsel, weshalb die Parkflächen im Hafen nicht längst wieder frei gegeben waren. „Wir reden hier in der Stadt viel von Tourismus, werben auf Messen mit Wittenberge und um Gäste. Und dann so ’was. Zumal für’s Wochenende sonniges Wetter angesagt war, erfahrungsgemäß dann sehr viele Leute an die Elbe kommen.“

Was also tun? Er habe Freitagnachmittag mit den Polizisten gesprochen, sagt Leuschke. Die aber hätten auf die Sperrung verwiesen und gesagt, dass sie nur ihre Arbeit tun. Leuschke sagt: „Ich kenne die Vorschriften nicht im Detail. Aber 25 Euro scheinen mir doch ziemlich viel Geld für so ein Vergehen.“

Auf offene Ohren stießen die Pensionsbetreiber bei der Touristinfo, die den Kontakt zum Chef des Kultur- und Tourismusbetriebes herstellte. Hans-Jürgen Döllefeld, längst im Feierabend und auswärts, kümmerte sich, kontaktierte den Chef des Ordnungsamtes, Gotthard Poorten.

„Wir arbeiten gut mit der Stadt zusammen, ziehen an einem Strang“, sagt Leuschke. Und fügt an: „Es ging ja nun wirklich auch nicht allein um unsere Pensionsgäste.“

Poorten reagierte. Am Sonnabend wurden die Sperrschilder weggedreht. Der Nedwighafen war für Besucher wieder frei. „Und er wird auch nicht wieder gesperrt“, sagte Poorten gestern. Die Nachreinigung, die eigentlich noch im Gehwegbereich erfolgen sollte, ist abgesagt. Das hat das Ordnungsamt gestern entschieden.

Der Betriebshof selbst ist mit dem Erfolg seiner Reinigungsaktion nicht ganz zu frieden. „Wir haben nicht den üblichen Stand erreicht“, sagt Betriebschef Andreas Grieswald. Über die Gullys hätte man den Schlick nicht wegspülen können, denn die liefen wegen des hohen Wasserstandes noch nicht ab. Aber nicht der Betriebshof, sondern das Ordnungsamt entscheidet über die Hafensperrung.

Die jeweils 25 Euro, die die Polizeibeamten an jenem Nachmittag kassiert haben sind zwar viel Geld, aber rechtens. Wie die Polizeidirektion Nord in Neuruppin erklärt, sind die Leute in einen gesperrten Verkehrsbereich gefahren.  

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