Versicherung für Brandschützer unsicher : Ältere Kameraden zweifeln

Im Einsatz sind ältere Feuerwehrmänner auch noch versichert, wenn sie über 65 sind. Ob ihr Engagement an vorderster Front nötig ist, hängt vom Einzelfall ab.
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Im Einsatz sind ältere Feuerwehrmänner auch noch versichert, wenn sie über 65 sind. Ob ihr Engagement an vorderster Front nötig ist, hängt vom Einzelfall ab.

Prignitzer Brandbekämpfer über 65 sind unsicher, ob sie im Ernstfall eigentlich noch versichert sind

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24. März 2016, 05:00 Uhr

Der demografische Wandel macht auch vor den freiwilligen Feuerwehren im Kreis nicht Halt. Die Kameraden werden älter, Nachwuchs ist kaum in Sicht. Wenn es hart auf hart kommt, müssen auch die Älteren zum Einsatz – und viele wollen das auch, weil sie sich fit fühlen. Doch sind Brandbekämpfer über 65 noch durch die Feuerwehr-Unfallkasse des Landes Brandenburg versichert?

Diese Frage treibt derzeit viele Kameraden um. Zu merken war das kürzlich bei der Jahreshauptversammlung der Wehr in Bad Wilsnack, aber auch bei der Gemeindevertretersitzung in Legde. Die Zweifel kommen nicht von ungefähr. Denn laut Andre Preusche, Abteilungsleiter Rehabilitation/Entschädigung bei der Feuerwehr-Unfallkasse (FUK) Brandenburg, besagt Paragraph 5 der Tätigkeitsverordnung Freiwillige Feuerwehr, dass der ehrenamtliche Einsatzdienst frühestens mit dem vollendeten 16. Lebensjahr beginnt und spätestens mit dem vollendeten 65. Lebensjahr endet. Aber: „Ein Unfallversicherungsschutz über die Feuerwehr-Unfallkasse besteht für alle Angehörigen der freiwilligen Feuerwehr, wenn die zum Unfall führenden Verrichtungen den Aufgaben und Zwecken der freiwilligen Feuerwehr dienen. Eine altersbedingte Einschränkung gibt es hierbei nicht“, stellt Preusche auf Anfrage des „Prignitzers“ klar. Grund dafür sind die Regelungen des Sozialgesetzbuches Sieben in Verbindung mit der Satzung der FUK.

Trotzdem hält es Preusche für besser, wenn ältere Kameraden nicht mehr zu Einsätzen fahren. „Grundsätzlich sollte nach der Maßgabe des Landes Brandenburg eine Teilnahme an der Einsatztätigkeit nicht mehr erfolgen.“ Stattdessen sei es üblich, dass alle über 65 in die jeweiligen Alters- und Ehrenabteilungen übernommen würden. Preusche: „Dies dient in erster Linie dem Schutz der Gesundheit dieser Feuerwehrangehörigen. Ausnahmen im Einsatzdienst sind jedoch denkbar.“ Er appelliert, dass die Träger des Brandschutzes sowie die Feuerwehr-Führungskräfte „ständig die Einsatzfähigkeit ihrer Einsatzkräfte zu überwachen“ haben, „damit kein Feuerwehrangehöriger aufgrund eigener gesundheitlicher Einschränkungen zu Schaden kommt oder das Einsatzziel gefährdet wird“. Dieser Ansicht ist auch Torsten Blüthmann, stellvertretender Wehrführer des Amtes Bad Wilsnack/Weisen. „Die älteren Kollegen müssen auf ihre Körper hören und auch so ehrlich sein zuzugeben, wenn es nicht mehr geht“, sagte er vor kurzem bei der Gemeindevertretersitzung in Legde. Trotzdem könne es gut sein, dass ein 70-Jähriger noch so leistungsfähig ist wie ein 40-Jähriger. „Das hängt eben vom Einzelfall ab.“ Wenn der Körper einen Einsatz in vorderster Front nicht mehr zulasse, müssten andere Aufgaben gefunden werden. „Zum Beispiel das Absperren von Straßen“, so Blüthmann. Ein Gesundheitsnachweis ist laut Andre Preusche bisher weder von der FUK noch in Landesvorschriften direkt gefordert. 

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